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Atheismus als Menschenrecht

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Der HVD-Bayern befasst sich in seinem Radiopodcast mit dem Fall eines indonesischen Atheisten, dem wegen „blasphemischer“ Äußerungen der Tod droht. Außerdem weckt das Magazin die Neugier auf die am Samstag beginnende Brain Week.
Dienstag, 6. März 2012
Radio

Der aktuelle Radiopodcast des Humanistischen Verbandes Bayern widmet sich u.a. der Verfolgung des indonesischen Atheisten Alexander Aan, der auf einer Facebook-Seite die Existenz Gottes angezweifelt, daraufhin von einem wütenden Mob attackiert und schließlich im Januar wegen Blasphemie inhaftiert wurde. Ihm drohen nun bis zu fünf Jahren Haft, wenn er diese Behauptung nicht widerruft.

Seit 2008 bekennt sich der in der fortschrittlichen Region West-Sumatra lebende Aan als Ex-Muslim. Dies ist außergewöhnlich, denn wer sich in dem größten muslimischen Staat weltweit nicht zum Islam bekennen will, muss sich zumindest zu einer der anderen vier anerkannten Weltreligionen, dem Christentum, dem Buddhismus, Hinduismus oder Konfuzianismus, bekennen. Doch auch das will Aan nicht. Während Aan in Indonesien immer stärker unter Druck gerät und ihm dort drastische Strafen drohen, sollte er sich nicht auf die Bekehrung einlassen, organisieren Säkulare und Atheisten in der ganzen Welt Solidaritätsadressen für Aan. In einem knapp siebenminütigen Beitrag wird die Situation Aans in Indonesien und die internationale Debatte um seinen Fall beleuchtet, der einmal mehr zeigt, dass sich Atheisten und Säkulare in manchen Weltregionen in Lebensgefahr befinden.

Ins Studio geladen hatte der HVD-Bayern den Geschäftsführer vom turmdersinne, dem kleinsten Wissenschaftsmuseum Deutschlands, Dr. Rainer Rosenzweig. Im Gespräch gibt Rosenzweig Auskunft zur internationalen Brain Week, die am kommenden Samstag beginnt und sich eine Woche lang dem Thema „Gehirn und Gedächtnis“ widmet. Auch der turmdersinne wird zum fünften Mal an der Wissenschaftswoche teilnehmen und hat dafür ein attraktives Programm zusammengestellt. Höhepunkt ist die „Science meets Comedy“-Veranstaltung am 16. März, bei der Wissenschaft mit einem Augenzwinkern präsentiert wird – die kreative Interpretation eines englischsprachigen Vortrags macht es möglich. Zuvor aber wird es eine Woche lang Diskussionen, Lesungen und Filmvorführungen für Jung und Alt geben, um sich mit Fragen wie „Wie funktioniert unser Gehirn?“ Oder „Wie täuscht es uns?“ auseinanderzusetzen.

Den Radio-Podcast des HVD-Bayern können Sie hier herunterladen.