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MIZ 3/2012 mit Schwerpunktthema „Beschnittene Kinderrechte“

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Donnerstag, 15. November 2012
MIZ 3/2012

Die Debatte über die Beschneidung bildet den Schwerpunkt der neuen Ausgabe der MIZ. Dem Thema direkt widmen sich das Editorial zur "Würde des Kindes", ein Interview mit Rechtswissenschaftler Rolf Herzberg, ein Beitrag über die Diskussion im Ethikrat sowie eine Glosse.

Weiter ausgreifend beschäftigt sich ein Artikel mit den grundsätzlichen Mängeln bei der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland. Der Sozialwissenschaftler und Hochschullehrer, Ulrich Klemm, zeigt auf, dass unser Schulsystem vielfach den Anforderungen der Konvention nicht genügt und die Standards der Bildungsversorgung mangelhaft sind.

Ein weiterer Artikel greift den problematischen Umgang mit Intersexualität auf und weist darauf hin, dass aufgrund des gesellschaftlichen Zwangs zur geschlechtlichen Normierung den Betroffenen ebenfalls oftmals das Recht auf körperliche Unversehrtheit vorenthalten wird.

Auch außerhalb des Themenschwerpunkts finden sich interessante Beiträge. Dazu gehört der Artikel über die Bestrebungen der katholischen Kirche, den Ausbau der Krippenplätze zur Ausweitung ihrer Missionstätigkeit zu nutzen und sich das dazu erforderliche „rechtgläubige" Personal zu sichern. Ebenfalls sehr interessant ist der Bericht des humanistischen Aktivisten Leo Igwe, der, selbst immer wieder in seinem Heimatland wegen seiner Weltanschauung verfolgt, die aus westeuropäischer Sicht kaum vorstellbare desolate Situation von Atheisten in Nigeria aufzeigt.

Für die Leser von diesseits besonders interessant: In der Rubrik Blätterwald widmet sich Gunnar Schedel dem Artikel von Adah Gleich über Rechtspopulismus in der säkularen Szene, erschienen im letzten Heft von diesseits. M.E. beklagt er zu Recht, dass viele ihrer Argumente an den Haaren herbeigezogen sind und einer ernsthaften Überprüfung nicht standhalten. Dem durchaus ernstzunehmenden Anliegen, dass die säkulare Szene eine klare Abgrenzung zu rassistisch motivierter Islamkritik und Antisemitismus vornehmen muss, tut sie damit keinen Gefallen.

Wie immer enthält auch die Internationale Rundschau lesenwerte Informationen, solche die aus Quellen stammen, die dem/der durchschnittlichen Leser/ -in nicht zur Verfügung stehen oder solche die in der Flut der vielen Nachrichten untergehen Dazu gehört u.a. der Bericht über die Komplizenschaft der katholischen Kirche in Argentinien mit der Militärdiktatur.