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Presseschau: La Raison Mai 2011

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Das Magazin der Französischen Freidenker blickt auf das Lautsi-Urteil zurück und berichtet davon, wie amerkanische Sicherheitsunternehmen in Afghanistan die Taliban finanzieren
Montag, 16. Mai 2011
La Raison 5-2011

Die Mai-Ausgabe des französischen Freidenker-Magazins titelt mit "Das vatikanische Europa"

In der Maiausgabe ihres Magazins blicken die Französischen Freidenker nochmals auf das Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes (EGMR) zurück. Der EGMR hatte Ende März in der Klage von Soile Lautsi gegen den italienischen Staat entschieden, dass Kreuze in italienischen Klassenzimmern kein Verstoß gegen die Menschenrechte darstellen. Die französischen Freidenker werten die EGMR-Entscheidung als klaren Erfolg der "klerikalen Regierungen" und des Vatikans. Die Tatsache, dass der EGMR der Argumentation Italiens und der unterstützenden Staaten gefolgt sei und im Kreuz auch ein Zeichen der kulturellen europäischen Identität sehe, schaffe einen neuen juristischen Terminus, der den laizistischen Forderungen entgegenstehe. Diesem gelte es entgegenzuwirken, schreibt La Raison. Um ein "vatikanisches Europa" zu verhindern, fordern die Autoren des Magazins die "Trennung von Staat und Kirche in allen Staaten."

In der aktuellen Ausgabe deckt das Magazin außerdem auf, wie private amerikanische Sicherheitsunternehmen in Afghanistan die Taliban finanzieren. Beauftragt, amerkanische Konvois durch das Land zu sichern, habe das Söldnerunternehmen Watan Risk 20 Mio. US-Dollar pro Jahr an einen den Taliban nahestehenden, afghanischen Kriegsfürsten weitergereicht, der dafür die Sicherheit der Konvois in seinem Einflussgebiet garantiert. Acht Mio. US-Dollar flössen jedes Jahr direkt in die Taschen der Taliban, zitiert La Raison das Fachmagazin Défense & Sécurité Internationale.

Außerdem geht das Magazin nochmals auf die Diskussion um das Kreuz im Versammlungssal der kanadischen Stadt Saguenay ein und druckt zwei Zeitungsberichte. Außerdem nimmt das Magazin die in ganz Europa immer wieder zitierte Notion der "christlichen Wurzeln" auseinander: "Alles was die Größe der Menschlichkeit, also unsere Kultur ausmacht, wurde gegen die kirche durchgesetzt." Das Magazin druckt ferner Beiträge zum Pazifismus und zur (von einem katholischen Fragebogen aufgeworfenen) Frage, ob der Islam und der Laizismus Resultat der gesellschaftlichen Verarmung seien.

Hier geht es zur Inhaltsübersicht der aktuellen Ausgabe.