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Olympische Spiele (inter-)religiös

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Donnerstag, 1. März 2012
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Logo Faith-Pin-Badge. © LOGOC

Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele in London will die „vielfältigsten und inklusivsten Spiele aller Zeiten" gestalten. Dafür hat es ein Glaubenslogo entwickelt (siehe Abb.) und wird im olympischen Dorf eine Kathedrale der Religionen einrichten. Insgesamt 193 Kaplane und Priester der unterschiedlichen Religionen sollen während der Olympischen Spiele und der Paralympics im Sommer kommenden Jahres für den „geistig-kulturellen Ausgleich“ der 17.000 Sportler, 200.000 Teammitglieder sowie der 20.000 freiwilligen Helfer sorgen. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus, Buddhismus, Jainismus, der Bahai-Religion, der Sikh-Religion und der zarathustrischen Religionsgemeinschaft soll das Organisationskomitee in der weiteren Organisation beraten, um Glaubensfragen rechtzeitig und adäquat ins Spiel zu bringen. Eine solche Anlaufstelle für Atheisten und Agnostiker ist nicht vorgesehen. Auch sind keine Atheisten, Agnostiker oder Humanisten in die interreligiöse Arbeitsgruppe berufen worden. Dies kritisierte u.a. der hinduistische Vertreter Rajan Zed. Nicht-Gläubige müssten ihren Platz bei den Olympischen Spielen bekommen, da sie „einen erheblichen Batzen" der Bevölkerung repräsentierten, sagte er. Terry Sanderson, der Präsident der Nationalen Säkularen Gesellschaft in London (NSS), kritisierte das Organisationskomitee und seine Fixierung auf die Religionsgemeinschaften. „Säkulare Olympische Spiele, aus denen die Religion herausgehalten wird und sich auf die private Praxis beschränkt, wären sicherer und sympathischer für alle“, sagte Sanderson. Der Humanistische Verband forderte den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) auf, die Interessen der Konfessionsfreien zu berücksichtigen.