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Irland: Humanistin spricht bei Amtseinführung des Präsidenten

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Bei der Amtseinführung eines irischen Präsidenten durfte nun erstmals eine Humanistin sprechen. Als Michael D. Higgins am 11. November 2011 zum neuen irischen Staatsoberhaupt ernannt wurde, sprach Susie Kennedy, Vertreterin der irischen Humanisten (Humanist Association of Ireland – HAI) unmittelbar nach einem interreligiösen Service.
Montag, 21. November 2011
Michael D. Higgins

Der neue irische Präsident Michael D. Higgins. Die Humanistin Susie Kennedy sprach bei der Einführung des ehemaligen Vorsitzenden der irischen Arbeiterpartei.

Wir glauben, dass diese Präsidentschaft Inklusion, Gleichheit und Vielfalt fördern wird, so dass Menschen aus allen Kulturen mit einer eigenen ethischen Perspektive eine gleichberechtigte Rolle dabei spielen können, eine gerechten Gesellschaft zu bilden.

Mit diesen Worten gratulierte Susie Kennedy dem neuen irischen Präsidenten Michael D. Higgins, der Ende Oktober gewählt wurde, zu seinem Amt. Sie war die erste Humanistin, die bei der Amtseinführung eines irischen Präsidenten sprechen durfte.

HAI-Direktorin Ann James sagte, dass HAI erfreut gewesen sei, als sie die Anfrage von Higgins erreichte, bei seiner Einführung zu sprechen. Viele Menschen hätten sich bisher von der Amtseinführung nicht angesprochen gefühlt, weil sie nicht gläubig seien. Durch die Berücksichtigung der irischen Humanisten sei zumindest dies nun anders, sagte James. Nicht-Religiösen Bürger werden in Irland nach wie vor diskriminiert, weil etwa Amtsträger einen religiösen Eid leisten müssen. Nicht-Gläubige sind also vom Präsidentschaftsposten weiterhin ausgeschlossen.

Mehr als 85 % der irischen Bevölkerung sind römisch-katholischen Glaubens. Bereits danach kommen die Religionsfreien mit etwa 4,5 % Bevölkerungsanteil. Für den diesjährigen irischen Zensus wird nach Aussage der Internationalen Ethischen und Humanistischen Union (IHEU) ein Anstieg der Nicht-Religiösen auf 5-6 % der Bevölkerung erwartet.