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Internet: Virengefahr auf religiösen Seiten höher als auf Erotikseiten

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Schlechte Zeiten für kreuz.net & Co. Während Erotikanbieter ihre Seiten im Internet vorwiegend virenfrei betreiben, wimmelt es auf religiösen Seiten vor Viren und Trojanern. Dies geht aus dem aktuellen Sicherheitsbericht des für seine Anti-Viren-Programme angesehenen Unternehmens „Symantec“ hervor.
Donnerstag, 3. Mai 2012
Internetpornografie 2.1

Wer Predigten im Internet liest, setzt seinen Computer einer höheren Virengefahr aus, als jemand, der sich nach Onlineangeboten aus der Erotikbranche umschaut. Dies geht aus dem Anfang Mai veröffentlichten Gefahrenbericht der Internetsicherheitsfirma Symantec hervor. Demzufolge sind Personen, die auf Seiten mit religiösen oder ideologischen Inhalten surfen, einem dreimal höheren Risiko ausgesetzt, ihre Rechner mit so genannter Malware zu infizieren, als es Besucher von Seiten mit erotischen oder pornografischen Inhalten sind. Noch vor zwei Jahren war die Virengefahr auf Seiten mit pornografischen oder erotischen Inhalten am höchsten.

Unter Malware sind internetbasierte Schadprogramme wie Trojaner, Computerviren oder -würmer sowie Software, die persönliche Daten des Nutzers oder über das Nutzerverhalten an Dritte weiterleitet (sog. Spyware), zu verstehen.

Unter den fünf Seitentypen, bei denen eine Infizierung mit diesen Schadprogrammen droht, befinden sich neben Blogs, Wirtschafts- und Shoppingseiten auch Onlinepräsenzen mit hauptsächlich religiösen bzw. ideologischen Inhalten – im Bericht hinter der Bezeichnung Education/Reference (S. 33 & 36) verborgen. Auf Internetseiten mit erotischen oder pornografischen Inhalten (Platz zehn der „gefährlichsten Seiten") ist die Gefahr, sich mit Malware zu infizieren, deutlich kleiner. Die Autoren des Symantec-Sicherheitsberichts vermuten, dass die Betreiber von Websites mit erotischen oder pornografischen Inhalten Geld verdienen wollen und daher ein größeres Interesse hätten, ihren Kunden ein folgenfreies Surfvergnügen zu ermöglichen. Ansonsten würden diese die Seite wohl nur einmal besuchen.

Die Daten sammelte die Firma bei der Auswertung von Hackerangriffen in über 200 Ländern. Dem Bericht zufolge haben diese, im Vergleich zum Vorjahr, um mehr als 80 Prozent zugenommen und summierten sich im vergangenen Jahr auf 5,5 Mrd. Attacken.