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Französische katholische Kirche widersetzt sich Reformen

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In Frankreich haben konservative Gruppierungen angekündigt, dass sie sich der sozialen Agenda des neu gewählten Präsidenten widersetzen werden.
Montag, 11. Juni 2012
Francois Hollande

Der neue Präsident Francois Hollande hat neue soziale Reformen angekündigt | © National Secular Society

Bei einer Demonstration anlässlich der Wahl des neuen Präsidenten Francois Hollande protestierten extremistische Katholiken gegen dessen Reformvorschläge. So unterstützt Hollande die gleichgeschlechtliche Ehe, will die Finanzierung religiöser Schulen kürzen und die Beihilfe zum Suizid legalisieren (Eine Aufstellung der Wahlversprechen Hollandes finden Sie hier). Dabei setzt die katholische Kirche in Frankreich auf familiäre Rhetorik.

Alain Escada, Gründer der katholisch-konservativen Vereinigung Belgien und Christentum, energischer Gegner gleicher Rechte für homosexuelle Paare in Belgien und Frankreich und Organisator der Demonstration, sagte:

Wir müssen handeln, um die Zerstörung der französischen Zivilisation und des französischen Vaterlandes zu stoppen. Wir können nicht abwarten, bis Herr Hollande und seine Verbündeten uns seine Änderungen auferlegt.

Die Partei des ehemaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy (UMP) ist ebenso gegen die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe wie die rechtsextreme Front National unter Marine Le Pen, die bei den letzten Wahlen besorgniserregend viele Wählerstimmen erhielt.

Francois Hollande scheinen diese Proteste ungerührt zu lassen. Wie aus seinen Beraterkreisen zu hören ist, sollen die Pläne zur Umsetzung der homosexuellen Ehe und andere soziale Initiativen, wie etwa die teilweise Rücknahme des Rentenalters auf 60 Jahre und die Erhöhung der Schulbeihilfe für einkommensschwache Familien um 25 Prozent, nicht verzögert oder ausgesetzt werden. Da Hollande in ökonomischen Fragen aktuell sehr wenig Spielraum hat, müsse er in anderen Bereichen Ergebnisse liefern.

Wir müssen innerhalb des ersten Jahres nach unserer Wahl unsere Ziele angehen", sagt die neue beigeordnete Ministerin für Bildungserfolg, George Pau-Langevin (sozialistisch), die im Hollande-Wahlkampf für gesellschaftliche Fragen verantwortlich war.

Die Frage der gleichgeschlechtlichen Ehe ist in Frankreich bereits seit vielen Jahren in der politischen Debatte. Das Land gehörte zwar zu den ersten Unterstützern der Gewährung legaler Rechte für gleichgeschlechtliche Paare durch die Schaffung eines bürgerlichen Solidarpaktes im Jahr 1999. Seitdem aber haben andere europäische Länder, darunter Belgien, Spanien und Portugal, die gleichgeschlechtliche Ehe bereits eingeführt.

Nachdem sich Francois Hollande und Barack Obama klar für die gleichgeschlechtliche Ehe ausgesprochen hatten, hatten in Deutschland Oppositionspolitiker ein Bekenntnis der Bundeskanzlerin zur sog. Homo-Ehe gefordert.