Europäische Freidenker fordern Forschungsfreiheit

Die Mitglieder der Europäischen Gruppe für Ethik (EGE) und Kommissionspräsident José Manuel Barroso | Foto: Europäische Kommission
Freidenker aus ganz Europa trafen sich bereits Ende September/Anfang Oktober in Barcelona, um im Rahmen einer wissenschaftlichen Konferenz eine Position zur Bioethik zu entwickeln. In dem gemeinsam entwickelten Positionspapier sprechen sich die Freidenker gegen die religiös-dogmatische Ausrichtung staatlicher Politik aus.
In der nun veröffentlichten Erklärung der Freidenker heißt es:
Wir nehmen es nicht hin, dass bestimmte Regierungen sich nach Dogmen ausrichten, die eindeutig religiös begründet und zugleich als universelle Wahrheiten dargestellt werden. ... Eine religiöse Voreingenommenheit sollte keine eigene geistige Wahrnehmung der Würde des Menschen auf die Gesellschaft als Ganzes übertragen.
Zugleich protestieren die Freidenker gegen die Zusammensetzung der Europäischen Gruppe für Ethik in der Wissenschaft und den neuen Technologien (EGE), in der mit 7 von 15 Mitglieder überproportional viele theologisch ausgebildete "Experten" vertreten sind. Es könne keinen besseren Beweis für die "Allianz der Interessen auf EU-Ebene zwischen den politischen und klerikalen Mächten" geben, als die Zusammensetzung dieser Gruppe, heißt es in der Erklärung.
Die Freiheit des Denkens in Europa ist in Gefahr. Wir protestieren gegen den dogmatischen Begriff der Menschenwürde, dessen Verwendung unter anderem zu dem ungerechtfertigten Verbot der Forschung an Embryonen und embryonalen Stammzellen sowie zu Denkverboten bei unseren Entscheidungen hinsichtlich Leben und Tod führt.
Die Europäischen Freidenker bekunden in der Erklärung ihre Unterstützung für all jene, die sich mit diesen Fragen auseinandersetzen und mit Mut die Prinzipien der Wissens- und Forschungsfreiheit verteidigen.







