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„Blasphemie“: Kuwait steckt Atheisten ins Gefängnis

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Erneut wurde ein Atheist in einem islamischen Land nach Blasphemie-Vorwürfen eingesperrt. Diesmal traf es den aus Ägypten stammenden Blogger Abdel Aziz Mohamed Al-Baz. Eine Petition soll die Freilassung erreichen.
Mittwoch, 23. Januar 2013
Foto: privat

Nachdem Vorwürfe der Blasphemie zum Jahreswechsel erhoben worden waren, sitzt der 27-Jährige seit drei Wochen im Gefängnis und wartet auf seinen Prozess.

Der aus Ägypten stammende Journalist, der unter anderem einen Blog betrieb und als treibende Kraft hinter der Plattform Arab Atheist TV gilt, war am 2. Januar an seinem Arbeitsplatz verhaftet und ins Zentralgefängnis der Hauptstadt gebracht worden.

Ex-Muslime verurteilten die Inhaftierung und forderten dazu auf, sich bei der Regierung des Landes für die Freilassung von Al-Baz einzusetzen, eine entsprechende Petition verzeichnete bislang über 2.600 Unterzeichnungen. „Ganz gleich ob du Atheist, Muslim oder Christ bist: Niemand verdient es, für seine atheistischen Ansichten inhaftiert oder bestraft zu werden.“ Abdel Aziz Mohamed Al-Baz spreche lediglich offene seine Gedanken aus und habe sich in seinen Artikeln stets friedlich und höflich artikuliert.

Al-Baz befindet sich in echter Gefahr, nach dem das Land im vergangenen Jahr die Todesstrafe für Blasphemie einführte. Die Mindeststrafe für die Lästerung von Allah, des Korans und dem Propheten oder seiner Ehefrauen beträgt selbst für Nichtmuslime zehn Jahre Gefängnis. Um der Todesstrafe zu entgehen, müssen Muslime glaubhaft Reue zeigen und einen Geldbetrag von umgerechnet rund 28.000 Euro zahlen, wenn sie einer fünfjährigen Haftstrafe entgehen wollen.

Für das Absenden von „blasphemischen“ Twitter-Nachrichten ist der 26 Jahre alte Kuwaiti Hamad al-Naqi im vergangenen Mai zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Zuvor hatte ein mehrere Hundert Menschen umfassender Lynchmob vor dem Gefängnis mit Sprechchören und Plakaten den Tod von Al-Naqi verlangt. Die Anhörung von Abdel Aziz Mohamed Al-Baz ist auf den 28. Februar angesetzt.