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Plädoyer für Genitalverstümmlung: Stiftung schließt Mohamed Kandeel aus

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Beschneidung: Der ägyptische Professor der Gynäkologie Mohamed Kandeel sprach sich in einem im vor kurzen veröffentlichten Aufsatz für die Legalisierung der genitalen Beschneidung von Mädchen aus. In einer ersten Konsequenz wurde er aus der anerkannten Genfer Stiftung für Medizinische Ausbildung und Forschung ausgeschlossen.
Freitag, 16. November 2012
Kandeel auf der Webseite der Genfer Stiftung für Medizinische Ausbildung und Forschung. Bild: Screenshot

Kandeel auf der Webseite der Genfer Stiftung für Medizinische Ausbildung und Forschung. Bild: Screenshot

Kandeel behauptete in seinem Anfang November veröffentlichten Aufsatz, dass die Beschneidung bei Mädchen durch teilweise oder vollständiges Entfernen der Klitoris nur dann problematisch sei, wenn sie von Laien durchgeführt würde.

Darauf aufbauend appellierte er an die „Parlamentarier der Welt“, die weibliche Genitalverstümmelung zu gestatten und rechtlich zu regeln.

Mohammed Kandeel ist Mitarbeiter des gynäkologischen Instituts der medizinischen Fakultät der der Menofyia Universität in Shibin El-Kom, Ägypten. Darüber hinaus war er zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Aufsatzes Mitglied der Geneva Foundation for Medical Education and Research (Genfer Stiftung für Medizinische Ausbildung und Forschung, GFMER), eine Nichtregierungsorganisation, welche eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammenarbeitet.

Auf Nachfrage teilte die GFMER nun mit, dass man alle Formen der weiblichen Genitalverstümmelung nicht nur ablehne, sondern dazu auch eigenes Informations- und Kursprogramm zu diesem Thema anbietet.

Deswegen habe sich die Stiftung dazu geschlossen, Kandeels Mitgliedschaft zu beenden, da er Positionen vertrete, die den Einstellungen der Stiftungen klar zuwider laufen. Eine Stellungnahme der Menofyia Universität in Shibin El-Kom steht derzeit noch aus.