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Schwarmintelligenz: Netzgemeinde unterstützt amerikanische Skeptikerin nach Krebsdiagnose

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Eine schreckliche Nachricht erhielt vor kurzem die atheistische Autorin und Skeptikerin Greta Christina. Im Internet bat sie deshalb um Unterstützung. Ihrem Hilferuf folgte eine überwältigende Resonanz.
Sonntag, 21. Oktober 2012
Greta Christina. Foto: privat

Greta Christina. Foto: privat

Nur wenige Monate nach dem Tod des prominenten Publizisten und Religionskritikers Christopher Hitchens sieht sich nun eine weitere populäre Autorin mit einer Karzinom-Diagnose konfrontiert.

Am vergangenen Donnerstag berichtete Greta Christina, dass eine Form von Gebärmutterkrebs in ihrem Körper diagnostiziert wurde.

Die Ursache der Entstehung und Ausbreitung von Tumorzellen ist die fehlerhafte Vervielfältigung körpereigener Zellen. Sie habe die Diagnose am vorletzten Samstag erhalten, erzählte Christina.

Greta Christina hat sich als Autorin in den vergangenen Jahren eine große Aufmerksamkeit unter nichtreligiösen Menschen aus dem angelsächsischen Raum erworben. Während der vergangenen zwei Jahrzehnte veröffentlichte die heute 50-Jährige mehrere Bücher sowie diverse Beiträge im US-amerikanischen Magazin Skeptical Inquirer, die sich mit Fragen zu den Themen Atheismus, LGBT und Sexualität auseinandersetzten.

Greta Christina war auch seit längerer Zeit als Sprecherin der Studierenden- und Schülerorganisation Secular Student Alliance tätig. Zuletzt sprach sie im März dieses Jahres vor rund 20.000 Besuchern bei der weltweit aufsehenerregenden Reason Rally in Washinton, D.C.

Bisher habe der Krebs eine sogenannte gutartige Form, berichtete Christina nun weiter über die Krankheit. Ihr behandelnder Arzt hätte sich zunächst optimistisch gezeigt, dass sich der Tumor aus ihrem Körper entfernen lasse und danach keine weitere Therapie nötig wäre. Die erste Operation soll in wenigen Tagen durchgeführt werden.

Und sie sei zwar im Besitz einer Krankheitsversicherung zur Finanzierung der Therapie. Doch trotz aller relativ optimistischen Perspektiven für die für kommenden Mittwoch geplante Operation bat Christina ihr Publikum im Netz um eine finanzielle Unterstützung für die Zeit der Genesung danach.

Denn für mindestens sechs Wochen werde sie nicht in der Lage sein, Reisen zu unternehmen und Vorträge zu halten. Um den Wegfall der dafür vereinbarten Honorare zu kompensieren, rief sie ihre Leserinnen und Leser zur Hilfe auf.

Die Resonanz auf Greta Christinas Hilferuf war überwältigend. Bereits kurz darauf teilte sie mit, dass sie genug Spenden erhalten habe, um die Bezahlung ihrer Wohnungsmiete und anderer Ausgaben für die nächsten Monate finanzieren zu können.

„Das hat all meine Erwartungen übertroffen“, schrieb die Autorin rund anderthalb Tage nach dem Hilferuf. In ihrem Blog bat sie ihre Unterstützerinnen und Unterstützer deshalb darum, kein weiteres Geld mehr zu schicken und stattdessen an die US-Skeptikerorganisation Center for Inquiry zu spenden.

Die letzten Wochen, so meinte sie in ihrem Dank an die Spenderinnen und Spender, seien eine Zeit unglaublich schlechter Nachrichten gewesen. „Aber gestern war der beste Tag, den ich seit langem hatte.“