Magnum-Fotograf Peter van Agtmael gewinnt Preis für Humanistische Fotografie
Seit vielen Jahren bildet Agtmael auf seinen Fotografien die Wirklichkeit und die Konsequenzen der amerikanischen Kriegseinsätze im Irak und in Afghanistan ab. Die New York Times empfahl Agtmaels in dem 2009 erschienenen Bildband 2nd Tour, Hope I don't die versammelten Fotografien all jenen, die jemals auch nur ein kleines bisschen von den amerikanischen Kriegen im Mittleren Osten verstehen wollen. Die britische BBC führte ein Interview mit dem 2011 in die legendäre Magnum-Fotoagentur aufgenommenen Fotografen, um mehr über die Wirklichkeit in Afghanistan zu erfahren.
In seiner nun mit dem W. Eugene Smith-Award ausgezeichneten Serie Disco Night September 11 (hier ansehen) geht er vor, wie in einem Tagebuch, in dem die diarischen Schrifteinträge von Bildern ersetzt werden. Die Bilder zeigen Soldaten im Einsatz oder sich auf den Einsatz vorbereitend, nach den wenigen lichten Momenten dürstend und der Routine folgend. Sie zeigen die daheim gebliebenen Familien, den Alltag „in the field", die Entbehrungen und Verbitterungen. Agtmaels Fotografie ist nicht auf die Sensationen der Massenmedien bedacht, sondern nimmt sich Zeit für die stillen und unspektakulären Momente, in denen sich die Wirklichkeit des menschlichen Daseins in einem Moment akkumuliert.
Agtmael selbst kommentiert seine Fotografien mit folgenden Worten:
Meine Fotografien handeln in erster Linie von Widersprüchen, der gleichzeitigen und unendlichen Koexistenz von Schönheit und ihrer Vermischung der Zerstörung der Liebe mit Hass.
Peter van Agtmael studierte in Yale Geschichte und ging danach mit einem Stipendium der Charles P. Howland Stiftung ein Jahr nach China, um dort die Folgen der Baus des Dreischluchtenstaudamms fotografisch zu dokumentieren. Seit 2004 ist er freiberuflicher Fotograf, 2008 wurde er für die Aufnahme in die Magnum-Fotoagentur vorgeschlagen. Seit 2011 gehört er zur Elite der weltweiten Reportage-Fotografie. Mit dem W. Eugene Smith Award Humanistic Photography sollen Fotoarbeiten ausgezeichnet werden, die genau hinschauen und Aspekte einfangen, die von wesentlicher Bedeutung sind, aber nicht dem Sensationalismus der Massenmedien nacheifern.
Hier geht es zum Profil des Fotografen bei Magnum, hier zu seiner persönlichen Homepage.








