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Islamische Missionierungsaktion: Aufklärung statt Hysterie

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Freitag, 1. Juni 2012
Koran Cover

Koran Cover © ~crystalina~ (Flickr) via Wikimedia Commons

25 Millionen kostenlose Koran-Ausgaben wollen radikale Islamisten in diesem Jahr in den Fußgängerzonen deutscher Großstädte verteilen. Ende April begannen die missionarischen Salafisten mit ihrer Aktion. Politik und Gesellschaft kritisierten die Werbeaktion heftig. Die säkularen Verbände hingegen warnten vor Hysterie. Der Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands, der Philosoph Frieder Otto Wolf, forderte Aufklärung statt Empörung. Zugleich erinnerte er die Kritiker aus Politik und Kirchen daran, dass die Verteilung von Bibeln durch fundamentalistische Christen ein alltägliches Phänomen in Deutschland darstellt. Die Unitarier erinnerten daran, dass jede Religionsgemeinschaft für ihre Sache werben darf, wenn dabei rechtsstaatliche Grundsätze nicht verletzt werden. Toleranz ende aber dort, wo die Rechte anderer verletzt werden, teilten die Unitarier mit. Der Sprecher der Giordano Bruno Stiftung (gbs) Michael Schmidt-Salomon warnte vor hysterischen Überreaktionen und forderte Aufklärungsarbeit statt Zensurmaßnahmen. Vor dem Hintergrund der Salafisten-Aktion kündigte Schmidt-Salomon eine Neuauflage der 2008 erstmals veranstalteten Kritischen Islamkonferenz an. Mit dieser will die gbs einer humanistischen Islamkritik jenseits von Fremdenfeindlichkeit und reaktionärer Islamverteidigung Raum geben. Im April 2013 soll die zweite kritische Islamkonferenz in Berlin stattfinden.