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Assistierter Suizid

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Mittwoch, 1. Juni 2011

Kurz vor dem Deutschen Ärztetag in Kiel hat der Vorstand der Bundesärztekammer (BÄK) sein Votum zum ärztlich assistierten Suizid „korrigiert“. In einem Gespräch von BÄK-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) Robert Zollitzsch einigten sich beide auf eine gemeinsame Erklärung, der zufolge Ärzte „keine Hilfe zur Selbsttötung leisten" dürfen. Noch im Februar hatte die BÄK in den novellierten „Grundsätzen zur ärztlichen Sterbebegleitung“ die Frage nach dem ärztlich assistierten Suizid bewusst offen gelassen (diesseits berichtete). Wenn die Delegierten des Ärztetages das nun vorgeschlagene standesärztliche Verbot der Suizidhilfe beschließen, kann es sein, das Ärzte künftig zur Reanimation von schwerstkranken Suizidenten verpflichtet sind. Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) kritisierte, dass die BÄK mit diesem Hin und Her die Glaubwürdigkeit des ärztlichen Standesethos „erheblich“ beschädige und forderte „Mut statt Redogmatisierung“.