Ein Abtreibungsrecht nach kanadischem Vorbild

George W. Bush unterschreibt das Memorandum , das dier Unterstützung von Hilfsorganisationen untersagt, die Abtreibungen und Familienplaung fördern. Das Absurde daran: Es entscheiden nur Männer über die Frauenrechte.
Welchen Raum die Verhütung zwischen Selbstbestimmung, gesellschaftlicher Limitierung und religiöser Einflussnahme einnimmt, das wurde im Salongespräch am 21. September im Familienplanungszentrum BALANCE in Berlin-Lichtenberg erörtert. Durch den Abend moderierte Sybill Schulz, Geschäftsführerin des Familienplanungszentrums BALANCE und Andreas Goosses, Psychologe von Pro Familia Berlin.
In einem Kurzvortrag skizzierte der Wiener Frauenarzt Dr. Christian Fiala die Geschichte und Gegenwart des Weges von der Fremd- bis zur Selbstbestimmung. Fiala schrieb seine Dissertation zu dem Thema und gründete ein weltweit einmaliges Museum für Verhütung & Schwangerschaftsabbruch. Er stellte dar, wie illegale Abtreibungen millionenfach Frauen in den Tod trieben – eine schockierende Tatsache für alle Anwesenden. Er plädierte eindringlich für eine Liberalisierung des Abtreibungsrechts, so wie es in Kanada praktiziert wird. Dort hat das Oberste Gericht das bis 1988 geltende Abtreibungsgesetz für ungültig erklärt. Seitdem ist Abtreibung in Kanada gänzlich entkriminalisiert und unterliegt einzig denselben Bestimmungen wie jeder sonstige ärztliche Eingriff.
Ganz im Gegensatz dazu die USA, wo der Einfluss von Evangelikalen auf die politischen Rahmenbedingungen immer weiter wächst. 2001 unterschrieb der frisch gewählte Präsident George W. Bush ein Memorandum, das der US-Entwicklungshilfebehörde (AID) die Vergabe von Geldern an internationale Organisationen verbietet, wenn diese Abtreibung bei Familienplanung und Schwangerschaftsberatung befürworten.
Dr. Eva Kantelhardt (Uni Halle) zeigte mit anschaulichen Bildern, worin die Problematik der Verhütung in Entwicklungsländern liegt. Einerseits streben die Familien traditionell fünf Kinder an, andererseits ist für so viele Menschen kaum genug da, um zu überleben. Sie appellierte eindringlich an die hiesige Politik, noch mehr zur finanziellen Unterstützung der Betroffenen zu tun.







