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„Wie können Menschen menschliche Verhältnisse gestalten?“

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Bayerischer Rundfunk lieferte Einblicke in die Arbeit und Aufgaben des Humanistischen Verbandes Deutschlands.
Montag, 21. Januar 2013
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In seiner aktuellen Sendung hat das Magazin „Religion und Kirche“ am Sonntag einen Blick auf die Arbeit und Aufgaben des Humanistischen Verbandes Deutschlands geworfen. Im Beitrag berichtete der Bayerischen Rundfunk unter anderem über pädagogische Grundsätze in der Kinderfreizeiteinrichtung Esmarchstraße, einer Einrichtung des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg.

Hier wird das individuelle Kind in den Mittelpunkt gestellt, erklärte Leiterin Sabrina Beblo einen Schwerpunkt der humanistischen Pädagogik. Das sei für sie ein demokratisches Prinzip, Partizipation stehe an höchster Stelle: „Was braucht das Kind, was hat es für eigene Ideen und wie kann man das umsetzen?“ Auch das Bewusstsein für Solidarität und Respekt bilde ein zentrales Thema.

Religion ist in der Arbeit kein Tabu. Das zeige sich auch daran, dass Leiterin Beblo selbst Mitglied einer evangelischen Kirchengemeinde ist. Damit wird klar, dass eine Diskriminierung von Beschäftigen aufgrund ihres Glaubens, wie diese von den großen Kirchen beansprucht wird, in der Arbeit des HVD keinen Platz hat.

Weiter verweist der Beitrag auf die vielfältigen Angebote des Humanistischen Verbandes Deutschlands, darunter die Namensfeier, die Jugendfeier und weltliche Bestattungsreden. Das Interesse an etwa der Jugendfeier wachse auch in den alten Bundesländern, wie sich an steigenden Teilnehmerzahlen in einigen Städten zeige.

Und da für eine Weltanschauung die Pflege derselben unverzichtbar ist, kommt im Beitrag auch die Humanistische Akademie Deutschlands zur Sprache, die 2006 in Berlin gegründet wurde und welche bis heute zahlreiche Publikationen zu sozialen, kulturellen und politischen Fragen veröffentlichte. Der Erfolg der eigenen Bildungsarbeit zeige sich schließlich unter anderem darin, dass in Berlin mittlerweile über 53.000 Schülerinnen und Schüler die Humanistische Lebenskunde besuchen.

Eine zentrale Fragestellung für die Arbeit des HVD fasst Frieder Otto Wolf, Präsident des Bundesverbandes, zusammen: „Wie können die Menschen menschliche Verhältnisse gestalten? Wie können menschliche Gesellschaften humanisiert werden?“ Dabei sei auch eine Zusammenarbeit mit Gläubigen vorstellbar.

Dr. Andreas Fincke, Pfarrer und langjähriger Referent der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, sagt über seine Sicht auf künftige Aufgaben des Verbandes: „Sie müssen eigene, positive Inhalte und Werte schaffen, an denen man sich orientieren kann. Das ist die große Aufgabe für die nächsten Jahre.“

Den ganzen Beitrag anhören:

Bayerischer Rundfunk: "Religion und Kirche" (ab 13:49)