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„Pro Choice“-Aktivistin Sarah Diehl für Berliner Frauenpreis vorgeschlagen

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Die Publizistin, Kulturwissenschaftlerin und Frauenrechtlerin soll den Berliner Frauenpreis 2013 erhalten.
Montag, 22. Oktober 2012
Sarah Diehl

Sarah Diehl. Foto: © Thomas Hummitzsch

Der Berliner Frauenpreis wird jährlich vom Berliner Senat an eine Berlinerin vergeben, die sich in herausragender Weise für die Emanzipation der Geschlechter eingesetzt hat. Nominiert ist nun die Publizistin und Frauenrechtlerin Sarah Diehl. Der Vorschlag, Diehls Engagement mit dem Frauenpreis auszuzeichnen, geht auf eine Initiative des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg zurück.

Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, sagte zur Ausschreibung des Frauenpreises:

Der Einsatz für Chancengleichheit und Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar. Der Berliner Frauenpreis ist ein Markenzeichen für die Würdigung eines Engagements, mit dem Frauen zeigen, wie gleiche Chancen für die Geschlechter umgesetzt werden.

In der Begründung des Vorschlags hieß es nun, dass Diehl sich seit Jahren für das Recht von Frauen, selbstbestimmt über ihren Körper und ihre Familienplanung entscheiden zu können, in selbstloser und solidarischer Weise eingesetzt habe. Ihr Engagement sei zukunftsweisend. Berlin selbst sei seit Jahrend führend, wenn es um die Verteidigung der Grundrechte von Minderheiten ginge. Dafür seien die Humanistinnen und Humanisten in Berlin dankbar.

Die Verleihung des Berliner Frauenpreis 2013 könnte nun ein unverzichtbares Zeichen setzen, dass in unserer Stadt der Einsatz für fundamentale Rechte einer Hälfte der Menschheit gewürdigt und gefördert wird.

Diehl befasste sich in der Vergangenheit mit der Aufklärung über Fragen der Gendertheorie, den Herausforderungen der vielfältigen Lebenswirklichkeiten in der Moderne, mit der Situation von Flüchtlingen in Deutschland und Berlin mit besonderem Blick auf die Frauen, mit der sozialen Situation von Frauen in Deutschland und im Ausland sowie der Situation von Frauen im Arbeitsmarkt.

Ihr Dokumentarfilm über die Abtreibungspolitik in Polen und Südafrika mit dem Titel „Abortion Democracy – Poland/South Africa” wurde in insgesamt 16 Ländern bei zahlreichen Gelegenheiten vorgeführt als bester Film einer deutschsprachigen Filmmacherin beim XXIV. BLACK INTERNATIONAL CINEMA BERLIN 2009 in der Kategorie prämiert. Zuletzt veröffentlichte sie das Buch „Eskimo Limon 9“.

Im letzten Monat rief Sarah Diehl auf einer Kundgebung anlässlich des diesjährigen „Marschs für das Leben“ zum Widerstand gegen die zunehmenden Versuche auf, mit Hilfe der Politik ein totales Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen durchzusetzen.

Diehl erinnerte, „dass laut Weltgesundheitsorganisation 48.000 Frauen an den Folgen eines illegalen und deshalb medizinisch nicht korrekt durchgeführten Schwangerschaftsabbruchs sterben“. Sie stellte zu den wachsenden Aktivitäten der Verbotsbefürworter fest:

In pseudoaufklärerischer Manier werden Menschenrechte für den Embryo gefordert, bevor die Menschenrechte für die Frau verwirklicht sind.

Unter anderem die Autorin Seyran Ateş die Soziologin Jutta Allmendinger und die Kabarettistin Maren Kroymann zählen zu den bisherigen Preisträgerinnen. Der Berliner Frauenpreis 2013 soll im März nächsten Jahres im Rahmen einer Festveranstaltung verliehen werden.