Der Berliner Jugendverband JuHu steht ein für die Vielfalt sexueller Orientierungen und sexueller Identitäten
Hetero-, homo, pan-, oder bisexuell? Intersexuell, Cisgender- oder Transgender? Mit diesen Begrifflichkeiten und wo sie gesellschaftlich verortet sind, hat sich der Berliner Jugendverband des HVD auseinandergesetzt und sich für eine neue, genderkonforme Schreibweise im Jugendverband entschieden.
In einer entsprechenden Erklärung heißt es dazu:
Damit stellen wir uns gegen die vorherrschende zweigeschlechtliche Geschlechterordnung und hinterfragen die klassische Weltsicht mit der Trennung in Mann und Frau.
Sexuelle Orientierungen und sexuelle Identitäten können von Mensch zu Mensch unterschiedlicher und vielfältiger nicht sein. Um allen Menschen die entsprechende Akzeptanz und Toleranz aufgrund ihrer Orientierung und Identität zu geben, möchten die JuHus mit einer genderkonformen Schreibweise, sowohl im Sprachgebrauch, als auch in Texten und Veröffentlichungen politisch Stellung beziehen. Eine geschlechtsneutrale, gendersensitive Sprach- und Schreibweise ist mit der Benutzung des Gender Gaps gekennzeichnet. Hierbei wird zwischen der männlichen und weiblichen Schreibweise ein Unterstrich eingefügt. Mit diesem Unterstrich werden existierende Geschlechter, Orientierungen und Identitäten, die bisher nicht sichtbar waren, sichtbar gemacht. Weiter heißt es:
Wir, die Jungen Humanist_innen (JuHu), definieren uns als einen offenen Jugendverband, der sich klar Diskriminierungen jeglicher Art widersetzt. Wir fördern die Partizipation junger Menschen innerhalb der Gesellschaft. Mit unserer neuen, geschlechtsneutralen Schreibweise möchten wir für eine gesellschaftliche Akzeptanz von sexueller Vielfalt werben und uns für das Recht auf eine selbstbestimmte Sexualität stark machen.
Die Diskussion um eine geschlechtsneutrale bzw. zeitgemäße Schreibweise wurde durch eine Debatte in der Leitungsebene beim HVD Berlin-Brandenburg angeregt, wobei ebenfalls die Verwendung des Gender Gap erwogen wurde. Man konnte sich aber nicht mehrheitlich zum Umstellen von der geschlechtergerechten Schreibweise - bislang verwendet der HVD Berlin-Brandenburg einen Schrägstrich in Verbindung mit einem Bindestrich zur Markierung der Geschlechter - auf eine geschlechtsneutrale Schreibweise entschließen. Auch dem Bundesverband des HVD liegt ein Vorschlag zur Verwendung des Gender Gap in der Neufassung des Humanistischen Selbstverständnisses vor, das im kommenden Jahr in den Landes- und Regionalverbänden des HVD diskutiert werden soll. Noch ist darüber nicht abschließend entscheiden worden.
Die Verwendung des Gender Gap würde einer konsequenten Umsetzung des eigenen, im Humanistischen Selbstverständnis formulierten Anspruchs, die Vielfalt menschlicher Lebensformen als Bereicherung anzusehen und geschlechtsspezifische Rollen und Lebensauffassungen in Frage zu stellen. Auch dem Anspruch, Menschen in ihren individuellen Lebenslagen Unterstützung und Hilfestellung anzubierten, käme die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache nach, um Menschen, die sich geschlechtllich nicht festlegen können oder wollen, in ihrem Sein anzuerkennen.
Bislang verwendet noch keine der humanistischen Organisationen den Gender Gap. Die Verwendung des Gender Gap ist nicht unumstritten, findet aber zunehmend Befürworter. Waren es anfangs vor allem queer-feministische Kreise, erhält der Gender Gap zunehmend Einzug in den Mainstream, angefangen von linkspolitischen Organisationen bis hin zu Universitäten. Kritiker des gender Gap plädieren vorwiegend für eine Entsexualisierung der Sprache, bspw. durch das Ersetzen der Verwendung Studenten/Studentinnen durch Studierende. Im diesseits-Magazin und auf diesseits.de wird keine geschlechtsspezifische Schreibweise verwendet. Geschlechtergerechtigkeit soll durch die Autorenschaft hergestellt werden.







