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Humanistische Berater bei Olympia

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Dienstag, 9. Oktober 2012
Olympia Sotschi 2014

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will sich dafür einsetzen, dass bei den nächsten Olympischen Spielen 2014 im russischen Sotschi auch humanistische Seelsorge in Anspruch genommen wird. Dies geht aus einem Protokoll des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD) zu einem Treffen zwischen Vertretern des HVD und des DOSB hervor, das Mitte September stattgefunden hat.

An dem Gespräch nahmen der Präsident des HVD, Frieder Otto Wolf, der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), Dr. Michael Versper sowie DOSB-Vizepräsidentin, Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, die den Bereich Bildung und Olympische Erziehung verantwortet, teil. Dem Protokoll zufolge einigte man sich darauf, dass der HVD oder eine Schwesterorganisation eine/-n humanistische/-n Berater/-in im Austragungsland für die kommenden Olympiaden benennen soll. In dem Fall, dass eine solche Person dem DOSB genannt werden kann, will sich Dr. Michael Vesper dafür einzusetzen, diese Person „in das entsprechende Verzeichnis aufzunehmen, so dass bei Bedarf auch konfessionslose, humanistische Sportler/-innen eine weltanschauliche Beratung bekommen können. Bislang standen den Sportler/-innen ausschließlich sog. Olympiapfarrer für die weltanschauliche Beratung zur Verfügung.

Die Kosten für eine solche humanistische Seelsorgeperson würde jedoch nicht das Olympische Komitee tragen, sondern die jeweilige Organisation, die diese Person entsendet. Auch seien Seelsorger/-innen nicht akkreditiert, sondern bekämen nur an einzelnen Tagen Zutritt zum Olympischen Dorf.

Bei dem Treffen besprachen HVD und DOSB auch die Kritik des Verbandes, dass zu wenig gegen die Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen getan werde. Antidiskriminierung gehöre zu den olympischen Grundwerten. Nicht-Diskriminierung sei gerade im Bereich Bildung und Erziehung ein wichtiges Thema, auch bei den Veranstaltungen der Deutschen Olympischen Akademie. Darüber hinaus arbeite der DOSB aktuell an Unterrichtsmaterialien und veranstaltet auch Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer. Offenbar kann sich der DOSB auch eine Kooperation der Deutschen Olympischen Akademie und der Humanistischen Akademie vorstellen. Eine entsprechende Anmerkung findet sich in dem Protokoll.

Nicht zur Sprache kam das Anliegen der Humanisten weltweit, als Weltanschauungsgemeinschaft den Religionsgemeinschaften bei den kommenden Olympiaden gleichgestellt zu sein und damit berücksichtigt zu werden, wenn es um ein Glaubenszentrum oder ähnliches im Olympischen Dorf geht.