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Diskriminierung bei den Olympischen Spielen?

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Dienstag, 21. August 2012
Titel: Humanismus und Sport

Frieder Otto Wolf forderte in einem Schreiben an das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und IOC-Mitglieder Auskünfte über das Engagement gegen Diskriminierungen im Sport. „Die Benachteiligung von Menschen, die nicht die sexuelle Identität von Mehrheiten in der Gesellschaft  besitzen, sollte sich weder bei einem Ereignis wie den Olympischen Spielen noch im deutschen Sport selbst fortsetzen oder anders weiter etablieren", sagte Wolf anlässlich aktueller Berichte, in denen auf schlechte gesellschaftliche Rahmenbedingungen für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle (LGBT) im Sport hingewiesen wurde.

Er finde es „auffällig", dass von den rund 10.000 teilnehmenden Sportlern bei den diesjährigen Spielen nur 23 offen in einer homosexuellen Beziehung leben würden. Es sei ein „erschreckender Missstand", dass Menschen zum Erhalt ihrer sportlichen Karriere offenbar die eigene sexuelle Identität verleugnen müssen.

Einen Treffpunkt für schwule und lesbische Sportler, wie es ihn etwa für Gläubige aller Art gab, wurde an keiner der olympischen Sportstätten und auch nicht im olympischen Dorf selbst eingerichtet. Zwar wollte das Londoner Organisationskomitee (LOGOC) gemeinsam mit britischen LGBT-Aktivisten einen solchen einrichten, erhielt dabei jedoch keinerlei Unterstützung durch das IOC. In Voraussicht auf die kommenden Winterspiele im russischen Sotschi will Wolf nun vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) wissen, ob er ein entsprechendes „Pride House" 2014 im russischen Veranstaltungsort unterstützen würde.  Homosexuelle sind in Russland täglich Diskriminierung und Übergriffen ausgesetzt.

Wolf kritisierte ferner die Diskriminierung von Sportlerinnen durch das IOC. Grundlage ist eine Untersuchung des britischen Menschenrechtlers Peter Tatchell, der kritisierte, dass Frauen Wettkampfdisziplinen vorenthalten würden und herausragende IOC-Vertreter bei Siegerehrungen von Frauen vor allem mit Abwesenheit glänzen würden (siehe Video).

Frieder Otto Wolf forderte Auskünfte über die Lage von LGBT im Sport sowie die Politik des DOSB und des IOC zur Verringerung von Geschlechterdiskriminierung und Homophobie. Diskriminierungen aufgrund des Geschlechtes widersprechen den Grundsätzen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und denen der Olympischen Charta.

In der aktuellen Ausgabe hatte sich diesseits - Das Magazin für weltlichen Humanismus mit Fragen von Humanismus und Sport auseinandergesetzt.

Peter Tatchell 22/7/2012 Olympics Discrimination