Direkt zum Inhalt

Lesebuch

Jochen Schmidt: Schneckenmühle
Unser Autor Stefan Möller ist mit Jochen Schmidt und seinem Roman "Schneckenmühle" noch ein letztes Mal ins DDR-Ferienlager gefahren und erinnert sich an diese unbeschwert-aufregende Zeit, in der die Unterhaltungen von Pubertierenden aus einer magischen Mischung aus Halbwissen, Klugscheißen, Sexismus, Mythen und Unbedarftheit bestanden, vorgetragen mit der Chuzpe, die man aufbringt am Übergang zwischen Kindheit und Erwachsenwerden. Keine Ostalgie, sondern Kindheitserinnerung!
Birk Meinhardt: Brüder und Schwestern
Birk Meinhardt erzählt in seinem monumentalen Roman „Brüder und Schwestern“ vom Leben der „Arbeiterklasse“ in der DDR und vom Auf- und Abladen der Schuld in einer Kompromissgesellschaft, in der das größte Vergehen darin bestand, den Drang nach Freiheit zu verspüren.
Anna Weidenholzer: Der Winter tut den Fischen gut
Die Wiener Schriftstellerin Anna Weidenholzer lässt in ihrem poetischen Roman „Der Winter tut den Fischen gut“ ein Leben rückwärts laufen und entblößt dabei das entwürdigende System der modernen Arbeitswelt. Das Online-Voting zum Messepreis hat die Wiener Autorin mit ihrem Debütroman schon gewonnen.
Ralph Dohrmann: Kronhardt
Auf über 900 Seiten mal eben die gesamte bundesrepublikanische Geschichte abhandeln, dazu noch die große Weltgeschichte und ein paar Ausflüge zurück ins Kaiserreich und zu den Nazis. Man kann nicht behaupten, dass es Ralph Dohrmann mit seinem ersten Roman "Kronhardt" klein angehen lassen hat. Das Ergebnis ist allerdings nur in Teilen gelungen.
Lisa Kränzler: Nachhinein
Im vergangenen Jahr gewann Lisa Kränzler überraschend den 3sat-Preis beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt. Mit ihrem Auszug „Willste abhauen“ aus ihrem vor wenigen Wochen erschienenen Roman über zwei ungleiche Mädchen überzeugte sie die Jury. Nun könnte sie mit „Nachhinein“ einen weiteren Preis gewinnen.
David Wagner: Leben
Essayistisch reflektiert David Wagner sein „Leben“ mit einer seine Leber zerstörenden Autoimmunerkrankung und die Auseinandersetzung mit der lebensrettenden Organtransplantation und schwankt dabei zwischen Genialität und Langeweile.
Böttiger_Gruppe 47
Helmut Böttigers „Geschichte der Gruppe 47“ liefert eine profunde Analyse der zunehmenden Verzahnung von Literatur und Medienbetrieb und belegen den immensen Einfluss der Autorengruppe auf die deutsche Nachkriegsliteratur.
Michail Bulgakow: Meister und Margarita
Alexander Nitzberg ist es zu verdanken, dass mit "Meister und Margarita" Michail Bulgakows wichtigster Roman, der zugleich ein Meisterwerk der russischen Avantgarde ist, wiederentdeckt werden kann. Der Roman ist ein Jahrhundertwerk und steht nicht nur aufgrund des faustischen Stoffes mit Goethes "Faust" und Thomas Manns "Doktor Faustus" in einer Reihe.
Michael Schischkin: Briefsteller
Der russische Schriftsteller Michael Schischkin ist einer der größten Stars der zeitgenössischen russischen Literaturszene. Er hat für seine international gefeierten Romane als einziger Autor die drei wichtigsten russischen Literaturpreise erhalten. Für seinen aktuellen Roman eines Briefwechsels zweier jung Verliebter hat er den Literaturpreis „Das große Buch" bereits zum zweiten Mal verliehen bekommen.
Ezra Pound: Die Cantos
Eva Hesse hat sich über ein halbes Jahrhundert mit Ezra Pound und seinem Werk auseinandergesetzt und legt nun erstmals eine deutsche Gesamtausgabe seiner „Cantos“ vor, die der schwingenden Musikalität der Poundschen Verse gerecht wird.
António Lobo Antunes: Der Archipel der Schlaflosigkeit
Maralde Meyer-Minnemann ist zum dritten Mal mit der Übersetzung eines Romans des portugiesischen Schriftstellers António Lobo Antunes für den Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse nominiert. „Der Archipel der Schlaflosigkeit“ ist einmal mehr ein erdrückendes Porträt der faschistischen Diktaturen Südeuropas.
Claudia Ott: 101 Nacht
Claudia Ott legt mit „101 Nacht“ die Vorgänger-Scheherazaden der berühmtesten Märchen des Orients vor, die die arabische Hochkultur im Südeuropa des Mittelalters bezeugen, sondern es auch ermöglichen, den fließenden Übergangen der Scheherazaden zu den großen europäischen Erzählungen nachzuspüren.
Gruppe 47
Die Tagebücher von Hans Werner Richter und Helmut Böttigers Geschichte der Gruppe 47 liefern eine profunde Analyse der zunehmenden Verzahnung von Literatur und Medienbetrieb und belegen Hans Werner Richters immensen Einfluss auf die deutsche Nachkriegsliteratur.
Foto: Intelfreepress / Flickr / CC-BY-SA
Mercedes Bunz jedenfalls nicht. Im Gegenteil: Sie fordert in ihrem Ende November 2012 bei Suhrkamp erschienen Buch „Die stille Revolution“, sich den Herausforderungen der Digitalisierung aktiv zu stellen.
Emmanuel Carrère_Limonow
Im zweiten Teil unserer Literaturempfehlungen am Jahresende lege ich meine Hand dafür ins Feuer, dass sie die Explosivität von Emmanuel Carrères „Limonow“ in den Bann ziehen wird. Es braucht aber nicht unbedingt die Exzentrik eines Revolutionärs, um die Abgründigkeit des Menschen offenzulegen, beweist Julian Barnes in seinen Short Stories. Mit Teju Cole hat in den USA eine neue glänzende Erzählerstimme die Bühne betreten. Und Michael Frayn schreibt den Griechenland-Roman inmitten der Krise, der uns Leser endlich wieder mit einem Lächeln an die Ägäis denken lässt.
Wolf Haas_Verteidigung der Missionarsstellung
Begegnen Sie im ersten Teil unserer vorweihnachtlichen Literaturempfehlungen zwei Büchern, die auf beeindruckende Weise zeigen, dass Literatur mehr ist als nur mit Buchstaben bedrucktes Papier zwischen zwei Buchdeckeln. Lassen Sie sich zur Lektüre eines furiosen Romans über Baseball einladen, der nicht zufällig im gleichen Verlagshaus von David Foster Wallace‘ „Infinte Jest“ erschienen ist. Und wundern sie sich nicht, wenn ihnen bei der Lektüre von Sibylle Bergs neuem Roman das Unbehagen unter die Haut kriecht.
Diehl_Eskimo Limon 9
Sarah Diehl ist Kulturwissenschaftlerin, Publizistin und Dokumentarfilmerin. Seit Jahren macht sich die 34-Jährige für Frauenrechte stark. Im diesseits-Interview spricht sie über ihren ersten Roman „Eskimo Limon 9“, einer kulturellen und historisch sensiblen Annäherung an das deutsch-israelische Verhältnis, der begeisterte Kritiken in der deutschen Medienlandschaft hervorgerufen hat.
Canale Mussolini
Der Italiener Antonio Pennacchi erzählt in „Canale Mussolini“ vom italienischen Faschismus in der Provinz und macht ihn gerade dadurch begreifbar. Warum das spektakulär ist? Weil dieser Roman ein unglaubliches Vergnügen bereitet.
Nilsen: Große Fragen
Der Amerikaner Anders Nilsen lässt in „Große Fragen“ eine Horde Buchfinken den Rätseln des Daseins auf die Spur gehen und nimmt den Leser mit seinem ebenso eindringlichen wie anrührenden Comicroman gefangen.
Landgericht
Ursula Krechel lässt in „Landgericht“ einen ins Exil geflohenen jüdischen Juristen zurückkehren in das Land der Täter. Noch nie wurde der beschämende Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte derart akribisch und sprachgewandt seziert, wie in Krechels völlig zu Recht ausgezeichneten Roman.