Mittwoch, 30. November 2011
Es drehe sich alles ums Sprechen, sagte Erfolgsregisseur David Cronenberg (A History of Violence, Naked Lunch, Tödliche Versprechen) in einem Interview mit der taz über seinen neuen Film Eine dunkle Begierde, welcher das Beziehungsgefüge von Sigmund Freud, Carl Gustav Jung und Sabina Spielrein in der Zeit von 1904 bis 1913 portraitiert. Zwar sprechen die Protagonisten – trefflich dargestellt von Viggo Mortensen, Michael Fassbender und Keira Knightley – freizügig und beinahe schamlos über quälende Phantasien, erregende Träume und die perversen Anteile der eigenen Sexualität. Doch der Film scheitert daran, die besondere Art des Sprechens oder auch Nicht-Sprechens und seiner Bedeutung in der und für die Psychoanalyse darzustellen.