Direkt zum Inhalt

Filmkritik

Filmplakat

Atheisten langweilen mich, die sprechen nur von Gott. Wer sich diesem Satz, frei nach Böll, vorbehaltlos anschließen mag, für den ist der neue Film Le tout nouveau testament des belgischen Regisseurs Jaco van Dormael wohl nichts.

Menschenwertspezialist Kenneth Feinberg berechnete den Wert jedes einzelnen Opfers des 11. September
Dieser Frage geht der deutsche Journalist und Autor Peter Scharf in seinem gleichnamigen Dokumentarfilm auf den Grund – und es ist nicht nur eine rein philosophische Frage, denn Scharf will es auf Heller und Pfennig genau wissen.
Bild: Prokino
Mit dem schlicht betitelten Drama „Der Butler“ kommt am 10. Oktober ein Film in die Kinos, den man guten Gewissens als ein Epos der amerikanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts bezeichnen kann. Regisseur Lee Daniels ist mit „Der Butler“ ein Porträt der schwarzen Bürgerrechtsbewegung gelungen, das berührt und inspiriert.
Spieltrieb 1
In Juli Zehs Roman „Spieltrieb“ sucht sich eine intellektuelle Überfliegerin selbst und findet sich in den Katastrophen, die sie selbst mit auslöst. In der sehenswerten Verfilmung brillieren mit Michelle Barthel und Jannik Schümann zwei der aufregendsten und vielversprechendsten Jungschauspieler Deutschlands.
Albert Nobbs 1
Der Film „Albert Nobbs“ erzählt die Geschichte eines Mannes, der im bewegten Irland des 19. Jahrhunderts seinen schmalen Lebensunterhalt als Butler verdient. Und als wäre das nicht schon schwer genug, ist Albert auch noch eine Frau – Glenn Close in ihrer Herzensrolle.
Der letzte schöne Tag
Dem WDR ist mit der preisgekrönten Produktion von „Ein letzter schöner Tag“ ein wahrhaftiger Film darüber gelungen, wie der Alltag aus den vermeintlich sicheren Bahnen geraten kann, wenn ein sich naher Mensch das Leben nimmt. Authentisch und ohne ideologische Scheuklappen begleitet der Film eine Familie in einer Ausnahmesituation. Am Mittwoch ist der Film in der ARD zu sehen.
Vierzehn 2
Der Film „Vierzehn“ begleitet vier Teenager in ihrer Schwangerschaft bis zur Geburt ihrer Kinder. Die Teenager: das sind Lisa, Steffi, Fabienne und Laura. Der Film zeigt, wie es ist, verliebt zu sein, körperliche Nähe zu verspüren, sich auszuprobieren und das erste Mal zu erleben. Und was es bedeutet, zu verhüten oder zu glauben, beim ersten Mal passiert schon nichts.
The Unbelievers 3
Ein Filmteam begleitete den berühmtesten Atheisten Richard Dawkins und den renommierten Physiker Lawrence Krauss auf einer weltweiten Tournee, bei der sie mit öffentlichen Auftritten und Diskussionsrunden für die Wissenschaft warben. Der Film „The Unbelievers“, der möglicherweise in diesem Jahr noch in Kinosäle und Filmhandlungen kommt, zeigt diese außergewöhnliche „Tour de Vernunft“.
Fuck for Forest Filmplakat
Ficken für den Regenwald? Na gut, warum auch nicht. Es gab schon sehr viel weniger noble Beweggründe, sich und seine Freunde beim Kopulieren aufzunehmen und die Filmchen dann gegen Bares ins Netz zu stellen. Der Film "Fuck for Forest" erzählt von einem anrührend naiven Projekt.
Paradies Glaube Filmplakat
Als erster Filmemacher wurde der Österreicher Ulrich Seidl innerhalb eines Jahres mit drei verschiedenen Filmen zu den drei wichtigsten Europäischen Filmfestspielen in Cannes, Venedig und Berlin eingeladen. Im Rahmen einer Sondervorstellung bei der Berlinale konnte man die drei Filme erstmals am Stück sehen.
Was bleibt
Eine Familie bricht auseinander und ihre einzelnen Bestandteile werden auf sich selbst zurückgeworfen. In dem Film "Was bleibt" von Hans-Christian Schmidt werden die Abgründe in unserer sicheren Existenz ausgemessen, auch wenn am Ende einige Fragen im Raum stehen bleiben.
A world not ours 2
Der Friedensfilmpreis der Berlinale 2013 geht an den dänisch-palästinensischen Film „A World Not Ours“ von Mahdi Fleifel. Die Prämierung des Films löste einen politischen Skandal aus, weil Fleifel in seinem Film die Vertreibung der Palästinenser mit dem Holocaust vergleicht. Kritiker werfen dem Regisseur vor, er spiele Israels Existenzrecht gegen das Rückkehrrecht der Palästinenser aus.
Iron Picker 2
Die Berlinale hat sich einmal mehr als politischstes aller Filmfestivals bewiesen. Mit dem rumänischen Drama „Child’s Pose“, dem bosnischen Roma-Film „An Episode in the Life of an Iron Picker“, dem kasachischen Beitrag „Harmony Lessons“ und Jafar Panahis heimlich gedrehtem Selbstporträt haben gleich vier politische Filme die wichtigsten Bären erhalten. Eine Ode an das Leben erzählte einzig der chilenische Beitrag „Gloria“, dessen Hauptdarstellerin Paulina Garcia die Jury am meisten beeindruckte.
The Cut
Anlässlich des Internationalen Tages gegen die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) 2013 zeigte das Familienplanungszentrum Balance in Berlin den verstörenden Film „The Cut“ unter Anwesenheit der kenianischen Filmemacherin Beryl Magoko.
Bild: Pressefoto
Als erster Filmemacher wurde der Österreicher Ulrich Seidl innerhalb eines Jahres mit drei verschiedenen Filmen zu den drei wichtigsten Europäischen Filmfestspielen in Cannes, Venedig und Berlin eingeladen. Im Rahmen einer Sondervorstellung bei der Berlinale konnte man die drei Filme erstmals am Stück sehen.
Jafar Panahi
Der iranische Filmemacher Jafar Panahi darf seit zweieinhalb Jahren weder Filme drehen noch seine Heimat verlassen. Heimlich arbeitet er seither und lässt seine Filme ins Ausland schmuggeln. Nach „Dies ist kein Film“ hat er nun eine zweite Arbeit ins Ausland schaffen können. So läuft in diesem Jahr auf der Berlinale ein Film, der nicht existieren dürfte. „Pardé“ ist ein beeindruckendes Gesellschafts- und Selbstporträt.
Die Nonne
Mit „Die Nonne“ des französischen Regisseurs Guillaume Nicloux und „Im Namen des…“ der polnischen Filmemacherin Malgorzata Szumowska zeigen zwei Filme aus dem Wettbewerb der diesjährigen Berlinale die fanatische Seite des Religiösen. Sowohl Nicloux’ Adaption von Denis Diderots unvollendeten Roman „Die Nonne“ als auch Szumowskas Geschichte eines homosexuellen Priesters in Polen machen deutlich, wie der Mensch im Mahlwerk der religiösen Dogmen kaputtgemacht wird.
Paraides Liebe 2
Der österreichische Regisseur Ulrich Seidl startet seine Filmtrilogie über drei Frauen einer Familie vielversprechend mit seinem Doku-Drama „PARADIES: Liebe“. Darin begleitet er mit seiner Kamera nüchtern und abgeklärt eine Sextouristin in Kenia und entblättert dabei schonungslos das kolonial-rassistische System des globalen Fleischmarkts, ohne seine Protagonistin bloßzustellen.
Paradies: Hoffnung
Neben Stars und Sternchen bieten die diesjährigen Internationalen Filmfestspiele Berlin vor allem spannende Beiträge, die den Menschen unter dem Eindruck der internationalen Finanzkrise in den Blick nehmen. Außerdem verneigt sich die Berlinale vor dem französischen Dokumentaristen Claude Lanzmann und zeigt sein bis heute einmaliges, neuneinhalbstündiges Erinnerungswerk „Shoah“ aus dem Jahr 1985 in einer restaurierten Fassung.
Django Unchained 5
Quentin Tarantinos neuer Film treibt derzeit ein Millionenpublikum in die Kinos. Zwei Golden Globes hat Tarantinos Italo-Western bereits gewonnen, in fünf Kategorien ist er für den Oscar nominiert. Er erzählt in "Django Unchained" schonungslos von der Grausamkeit und Unmenschlichkeit der Sklaverei.