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Dr. Ingo Nickel

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Lebenskundelehrer in Berlin

Artikel von Dr. Ingo Nickel

Urban global Prayers 1
Mittwoch, 21. Dezember 2011

Die nigerianische Megastadt Lagos ist inzwischen fest in der Hand der Pfingstkirchler. Sie bestimmen in ihrer lockeren und flexiblen Struktur inzwischen das Bild und den Puls der Stadt. An der Ausfallstraße nach Ibadan, der Autobahn Gottes sind gigantische Kathedralen entstanden, die zehntausende Menschen fassen. Hier entsteht eine eigene City of God. Die größte Pfingstkirche Nigerias soll fünfmal mehr Gläubige als das weltgrößte Fußballstadion fassen.

Mertes_Siebner_Schule
Mittwoch, 30. November 2011

Ignatius von Loyola (1491- 1556) meint, dass der Schüler „selber denken, nachdenken und abwägen können und dürfen (soll), statt bloß die von der Schule gewünschten Lerninhalte zu übernehmen". Klaus Mertes und Johannes Siebner leiten Jesuitenschulen, die der Pädagogik des Mitbegründers des Jesuitenordens folgen. Ihr Buch Schule ist für Schüler da sollte schon 2009 erscheinen, aber aufgrund der Missbrauchsproblematik schien das Projekt hinfällig, da man zunächst Aufklärungsarbeit und Trauerarbeit an der eigenen Schule zu leisten hatte. Klaus Mertes machte als Schulleiter am Berliner Canisius-Kolleg die Missbrauchsfälle öffentlich und löste den Skandal aus, der die katholische Kirche bis heute schwer belastet. Johannes Siebner leitete bis zum Sommer dieses Jahres das Kolleg in St. Blasien – in dem ebenfalls ein Pater Kinder und Jugendliche in den 1980er Jahren missbraucht haben soll – und wechselte im Juli an das Aloisiuskolleg, um an der Bonner Schule nach der Aufarbeitung der dortigen Missbrauchsfälle den Neuanfang zu begleiten. Mertes und Siebner – beide nicht verwickelt und dennoch im Herzen des Missbrauchsskandals stehend – wollten ihr Buchvorhaben trotzdem realisieren, da die Autoren ihre Vorstellungen über Bildung und Erziehung unbedingt darlegen wollten.

Liao Yiwu
Montag, 14. November 2011

Ohne Inspiration, ohne Leidenschaft, der Stift kratzte das Papier wund, an manchen Tagen konnte ich mir nur ein paar hundert Zeilen abringen. Nichts half, ich riss die Augen auf, mir lief der kalte Schweiß in Schauern herunter, nichts löste die Verstopfung. Aber ich wettete meinen Atem, ich würde mich nicht geschlagen geben, ich würde auf diese Weise meine einzigartige Art zu leben bezeugen – und ich wettete mit dem Staat. Wenn ich das alles niederschrieb, würden meine Kinder wenigstens nicht glauben müssen, ihr Vater wäre ein Aufschneider.

Bush Abtreibungsmemorandum
Dienstag, 27. September 2011

Welchen Raum die Verhütung zwischen Selbstbestimmung, gesellschaftlicher Limitierung und religiöser Einflussnahme einnimmt, das wurde im Salongespräch am 21. September im Familienplanungszentrum BALANCE in Berlin-Lichtenberg erörtert. Durch den Abend moderierte Sybill Schulz, Geschäftsführerin des Familienplanungszentrums BALANCE und Andreas Goosses, Psychologe von Pro Familia Berlin.

Politischer Katholizismus
Montag, 26. September 2011

Will man die Rolle des Katholizismus in der heutigen Zeit  richtig einordnen, muss man ihre Historie kennen. Um neue Erkenntnisse zu gewinnen, lud die Humanistische Akademie Berlin und Deutschland am vergangenen Dienstagabend zu einer Diskussionsveranstaltung ein. Als kompetenten Gastreferenten konnte man Dr. Hermann-Josef Scheidgen aus Köln gewinnen, einen ausgewiesenen Kenner der katholischen Kirche. Durch den interessanten Abend führte gehaltvoll und amüsant Akademie-Direktor Dr. Horst Groschopp.

London Proteste
Dienstag, 30. August 2011

Die Initiative der Secular Europe Campaign, die 2008 gegründet wurde, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den kirchlichen Einfluss in staatlichen Institutionen zu stoppen und die Säkularisierung in ganz Europa zu sichern. Sie fordert die Neutralität des Staates gegenüber Religion und Weltanschauung, fördert Religions-, Gewissens- und Meinungsfreiheit und setzt sich für gleiche Rechte für Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle (sog. LGBT-Rechte) ein.

Schnippenkoetter_Was siehst Du
Freitag, 19. August 2011

Wenn du Gott eine Frage stellen könntest, welche wäre das?
Anita: Ich frage lieber das Internet.

Was ist dein größter Wunsch?
Sebastian: Bundespräsident werden.

In wen würdest du dich gerne für einen Tag verwandeln?
Luka: In Lara. Ich sage aber nicht warum.

Mit diesen vielversprechenden Zitaten wird das neue Buch von Beatrix Schnippenkoetter Was siehts du, wenn du aus dem Fenster schaust? angekündigt. Lebenskundelehrer und diesseits-Autor Dr. Ingo Nickel hat es gelesen.

Spanien_Lebensschützer
Donnerstag, 30. Juni 2011

Im konkreten Fall möchte man  - entgegen spanischer Gesetze - Abtreibungen in einem Krankenhaus in Barcelona verhindern. Dabei befinden sich die Kirchenvertreter im Management des betreffenden St. Paul's Hospitals nicht in der Mehrheit. Dennoch hatte die Leitung des St. Paul's Krankenhauses in Barcelona auf Druck der Kirche angeordnet, dass Abtreibungen nicht mehr durchgeführt werden dürfen.

Leere Kirchenbänke
Montag, 27. Juni 2011

Lediglich 15 Prozent der Mitglieder der schwedischen Kirche glauben an Jesus. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die unter 10.000 Kirchenmitgliedern durchgeführt wurde. Von den ca. 6,6 Millionen „Mitgliedern" (von denen die meisten nicht aktiv sind), sind lediglich etwa 400.000 Kirchgänger. Viele Mitglieder sind nicht wegen des Glaubens, sondern vielmehr wegen des sozialen Engagements der Kirche weiterhin Kirchenmitglied, meint der Religionssoziologe der schwedischen Kirche Jonas Bromander, der für die Studie Member 2010 verantwortlich war. Auch die Tatsache, dass die Kirche manche Traditionen bewahre, sei ausschlaggebend für einige, in der Kirche zu bleiben.

Gei Oni
Montag, 6. Juni 2011

Im Rahmen des 17. Jüdischen Filmfestivals in Berlin wurde der Film Gei Oni (Valley of Fortitude) in Anwesenheit des Regisseurs Dan Wolman gezeigt. Darin geht es um die jüdische Frau Fania, die Ende des 19. Jahrhunderts aus Russland auswandert, um in Palästina ihr Glück zu finden. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit.

Christian Füller_Sündenfall
Donnerstag, 28. April 2011

Als im letzten Jahr kirchliche Missbrauchsfälle offengelegt wurden, konnte man nicht vermuten, dass es solche schrecklichen Verwerfungen auch im reformpädagogischen Umfeld geben sollte. Zunächst nur bruchstückhaft an die Öffentlichkeit gelangend, dann aber mit voller Wucht, wurden die Fakten offen gelegt. Daraufhin meldeten sich viele Missbrauchsopfer zu Wort und es begann eine intensive Diskussion in den Medien, angefangen von der ZEIT bis zur Süddeutschen Zeitung.

Rainer Erlinger. Moral
Freitag, 15. April 2011

Ein Buch über Moral zu schreiben wäre vor zehn Jahren problematisch gewesen. Da sich jedoch die Wertvorstellungen  verändert haben, steigt das Interesse stetig. Das bewies auch der Zuspruch der gut besuchten Lesung mit Rainer Erlinger in Berlin. Rainer Erlinger, geboren 1965, arbeitet als Publizist auf dem Gebiet der Ethik und schreibt regelmäßig über „Die Gewissensfrage", eine Kolumne in der Süddeutschen Zeitung. Nach seinen Gedanken über „Gewissensbisse" hat Erlinger nun ein Buch über die Moral veröffentlicht, Untertitel: „Wie man richtig gut lebt".