Direkt zum Inhalt

Hassseite kreuz.net offline: Bald Wiedergeburt unter neuem Namen?

Druckversion
Wie zahlreiche Twitterbenutzer meldeten und ein erster Test bestätigte, ist das katholische Hetzportal kreuz.net offenbar seit Sonntagvormittag vom Netz.
Sonntag, 2. Dezember 2012
Logo

Nur ein weiterer Serverumzug, eine gezielte DDOS-Attacke, das wirkliche Ende der Domain oder eine Wiedergeburt unter neuem Namen? Seit dem Sonntagvormittag ist die katholische Hassseite kreuz.net offenbar vom Netz. Beobachter und Gegner spekulieren nun über die Ursachen.

David Berger, Theologe und Leiter der vom Bruno Gmünder Verlag initiierten Kampagne stopptkreuznet warnte in einer ersten Reaktion vor übereiltem Jubel. Schon mehrmals seien die Medien schneller gewesen als die Justiz, so Berger. Trotzdem deutete Berger den vorläufigen Ausfall der Seite als ein „gutes Zeichen“.  Es zeige, dass die Kritiker und Gegner der 2004 in Betrieb genommenen Seite auf dem richtigen Weg seien.

Im Interview mit der aktuellen Ausgabe von diesseits berichtete Berger  unter anderem, dass dem Team von stopptkreuz.net mittlerweile die gesamten Mailprotokolle der letzten 12 Monate sowie Informationen zum Domainbesitzer vorliegen würden. Zudem hätten „sich auch Menschen aus dem persönlichen Umfeld der kreuz.net-Macher gemeldet und wichtige Informationen an uns weitergegeben.“

In den vergangenen Wochen hatte sich der Druck auf die katholische Kirche in Deutschland und Österreich erhöht. Führende Bischöfe sahen sich wiederholt dazu gezwungen, sich von der Seite zu distanzieren. Aufgedeckt werden konnte, dass der Mühltaler Pfarrer Hendrick Jolie Texte an die als verfassungsfeindlich eingestufte Hassseite geliefert hatte, aus dem Dienst entlassen wollte ihn die Kirche trotz scharfer Kritik vom Grünen-Politiker Volker Beck und dem LSVD deswegen aber nicht.

Die Spekulationen zu kreuz.net laufen nun auf Hochtouren. Insider wollen mittlerweile erfahren haben, dass die Macher der Seite derzeit alle IP-Adressen und Namen der Verfasser aus den Beiträgen löschen würden, um Rückschlüsse auf Personen unmöglich zu machen. Später soll die Webseite „allerdings wieder online gehen. Nach Informationen eines ehemaligen Redakteurs der Webseite, unter anderen Domainnamen oder einer Subdomain.“

Die hektischen Reaktionen seitens der Betreiber von kreuz.net, die der öffentliche Druck auf die katholische Kirche in Deutschland, Österreich und der Schweiz anscheinend ausgelöst hat, lässt vermuten, dass Mitarbeiter der Kirche stärker in den Betrieb von kreuz.net verwickelt sind als bislang erwiesen werden konnte. Bei den Gegnern von kreuz.net und Unterstützern der Kampagne des Gmünder Verlages hieß es am Sonntagmittag jedenfalls, die vorläufige Auszeit mache den Sonntag zu einem „sehr schönen“ ersten Advent.