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Nr. 98, 1/2012
diesseits Nr. 98 / 1 - 2012

diesseits Nr. 98 / 1 - 2012

Liebe Lesende,

für viele Atheisten hat das Wort Spiritualität den Igitt-Faktor. Irgendwo zwischen schamanischem Tanz, Chakrenstimulation und Karmapflege kommt ihnen diese geschwurbelte Geistigkeit zu liegen, und sie soll dann bitte auch bleiben, wo wie ist: nämlich bei den anderen.

Aber ist Spiritualität wirklich immer nur esoterischer Humbug? Kann es nicht auch eine atheistische, eine naturalistische Spiritualität geben, die nicht auf etwas vermeintlich "Höheres", sondern auf nichts anderes verweist als das Menschsein? Der Philosoph Joachim Kahl plädiert dafür, und viele, die sich z.B. in der humanistischen Arbeit mit Sterbenden engagieren, sehen das auch so. Doch ein solches Thema darf umstritten sein. Natürlich lassen wir auch kritische Stimmen ausführlich zu Wort kommen.

Orionnebel
Ist Spiritualität in einem säkularen Kontext möglich? Und wenn ja, was ist darunter zu verstehen? Gedanken über den „Wesenskern des Menschen“ aus nichtreligiöser Perspektive.
HFS: Beate Heeman und Studierende
Mit dieser Frage setzen sich die ersten Studierenden an der Humanistischen Fachschule für Sozialpädagogik in Berlin seit Februar 2012 tagtäglich auseinander. Wir haben die Leiterin der Fachschule, Beate Heeman, einen Tag lang begleitet.
Drop Heidenheim
Im beschaulichen Heidenheim engagiert sich eine Gruppe ehrenamtlicher Historiker gegen das Denkmal für „Wüstenfuchs“ Erwin Rommel. Die lokale Politik und Wirtschaft hat damit einige Schwierigkeiten.
Warlam Schalamow
Ist ein Leben nach dem Lager – wenn Humanität und Kultiviertheit unter den Eindrücken des Inhumanen ihre Relevanz verlieren – möglich, ohne ständigen Zweifel an der menschlichen Zivilisation? Dies ist die große Frage, die Warlam Schalamows Erzählungen aus Kolyma zugrunde liegt.
Sedláček: Die Ökonomie von Gut und Böse

„Wer zu hoch und zu nahe an die Sonne fliegt, wie Ikarus, darf nicht überrascht sein, wenn seine Flügel schmelzen; je höher er geflogen ist, desto tiefer wird er dann fallen.“ Sätze wie dieser machen deutlich, warum das Buch Die Ökonomie von GUT und BÖSE aus der Feder des erst 35-jährigen tschechischen Wirtschaftswissenschaftlers Tomáš Sedláček innerhalb weniger Wochen zum Bestseller avanciert ist. Darin stellt er die These auf, dass Ökonomie eine kulturelle Erscheinung ist.

Ökonomie wird heute nahezu ausschließlich als Diktatur der Zahlen verstanden, Wirtschafts- und Finanzkrise machen das deutlich. Nicht Werte und Ideen stehen hinter den „Rettungsmaßnahmen“, sondern mathematische Notwendigkeiten. Aber Ökonomie ist mehr als nur Zahlensalat, argumentiert Sedláček. Sie stehe in engem Zusammenhang mit Psychologie, Soziologie, Philosophie, Theologie, Anthropologie, Geschichte und überhaupt Allem, was die menschliche Kultur und Zivilisation ausmacht.

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
diesseits im Gespräch mit Prof. Dr. Nida-Rümelin, Ludwig-Maximilians-Universität München
Precht: Warum gibt es alles und nicht nichts?
Richard David Precht hat einen philosophischen Ratgeber für Kinder herausgebracht.
Rainer Beck: Mäuselmacher oder die Imagination des Bösen
Der Historiker Rainer Beck untersucht in "Mäuselmacher oder die Imagination des Bösen" einen der letzten deutschen Hexenprozesse, der von 1715 bis 1723 in der katholischen Bischofsstadt Freising stattfand.
David Pollock
David Pollock, scheidender Vorsitzender der Europäischen Humanistischen Föderation (EHF) zur Lage des Humanismus in Europa.