Direkt zum Inhalt

Editorial

DruckversionEinem Freund senden
Sonntag, 1. Dezember 2013
diesseits Nr. 105, 4/2013

diesseits 4/2013

Liebe Lesende,

dieses Mal haben wir einen Kessel Buntes für Sie: Interviews vom atheistischen Rockstar bis zum Kardinal, reichlich Berichte über humanistische Lebenspraxis und ein Schwerpunktthema, das zu Kontroversen einlädt. Nur wenige Themen sind unter Säkularen so umstritten wie die Frage des Werteunterrichts an den Schulen. Doch wo sollen sie herkommen, unsere Werte, wenn sie nicht in den Bildungseinrichtungen vermittelt werden? Und reicht es dafür aus, wenn nur auf Menschenrechte Bezug genommen wird? So wichtig, so fundamental sie sein mögen: Der Wertekosmos eines Menschen erschöpft sich nicht in ihnen. Da gibt es noch mehr, und das gehört nicht zur staatlichen Sphäre, und doch zum mündigen Bürger. Hier ist die Zivilgesellschaft gefragt, nicht eine staatliche Werteverordnungsbehörde. Was unsere Gesellschaft zusammenhält, muss aus ihr selber kommen, nicht von oben – weder aus dem Götterhimmel noch aus dem Ministerium. Mehr Vielfalt ist deshalb der Wahlspruch der schulischen Wertebildung. Wenn sie zugelassen wird, dann findet die Abstimmung mit den Füßen statt: an den Berliner Grundschulen ist das dezidiert säkulare Wertefach Humanistische Lebenskunde inzwischen auf Platz eins der Schülerzahlen gerückt.

Dies ist das erste Heft, das der neue Chefredakteur Arik Platzek verantwortet. Nach drei Jahren hat der bisherige „Chef“, Thomas Hummitzsch, sich jetzt zu neuen journalistischen Ufern aufgemacht. Er hat mit großem Elan und viel Engagement den Relaunch der Print-diesseits mit Leben gefüllt – vielen Dank für diese produktiven drei Jahre! Arik Platzek kommt aus dem Online-Journalismus und der Welt der sozialen Netzwerke. Er ist Erfinder des Online-Magazins wissenrockt.de und kümmert sich publizistisch schon lange um säkulare Themen, zuletzt für die Internetausgabe unseres Magazins, diesseits.de. Ein alter Hase mit neuem Hut also. Willkommen an Bord!

Viele Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Ihr Michael Bauer