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Editorial

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Sonntag, 1. September 2013
Titel 3-2013

Ausgabe Nr. 104, 3-2013

Liebe Lesende,

haben Sie auch schon mal davon geträumt, zu den Sternen zu fliegen und die Erde von oben zu sehen? Dabei ist das mit den Sternen ja Quatsch, wie Sigmund Jähn uns erklärt hat. Und er muss es wissen: Schließlich war ihm das Privileg vergönnt, in den Weltraum aufzubrechen – damals als erstem Deutschen.

Die Sterne sind natürlich viel zu weit weg, allenfalls könne es zum Mond oder Planeten gehen, sagte er. Naja, immerhin. Mir würde auch das schon reichen – nur dass ich schon im Passagierflieger kein allzu gutes Gefühl habe. Es freut mich jedenfalls, dass wir Ihnen in diesem Heft von einer Begegnung mit diesem raumfahrterfahrenen Humanisten berichten können, der dort war, wo nur wenige Menschen zuvor gewesen sind.

Überhaupt haben wir diesmal ein ausgesprochen humanistisches Heft für Sie gemacht. Der Philosoph Julian Nida-Rümelin spricht mit uns über humane Bildung, der Journalist Alan Posener erklärt, was er unter Herzensbildung für Säkulare versteht, und Peggy Mädler und Julia Schleipfer beschäftigen sich mit dem atheistisch-agnostischen Lifestyle sowie seinen Reliquien und Artefakten. Die beiden Kulturwissenschaftlerinnen bereiten gerade in Berlin eine Ausstellung dazu vor – man darf gespannt sein.

Wenn Ihnen schon die Plakatständer der Parteien auf den Wecker gehen, dann müssen Sie unsere Wahl-Seiten diesmal überblättern. Wenn nicht, dann liefern wir Ihnen dort eine Zusammenfassung der Wahlprogramme der relevantesten Parteien – aus säkular-humanistischer Perspektive, versteht sich. Natürlich leitet sich aus unserer Zusammenfassung keine Wahlempfehlung ab. Richtig rosig schaut es aber für Unsereins nicht aus.

Glücklicherweise besteht Politik aus mehr, als nur aus diesem Thema. Und Säkularität ist schließlich nicht das einzige Interesse der Konfessionsfreien. Jedenfalls: Zuhause bleiben gilt nicht! Sonst entscheiden die anderen über Sie, und nichts ist einem aufrechten Humanisten mehr zuwider, als der Verlust seiner Selbstbestimmung, oder?

Es grüßt Sie,

Ihr Michael Bauer