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Wer abweicht, wird verfolgt!

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Obwohl es keine Hinweise auf eine besondere Bedrohungslage von Christen gibt, hält sich das Gerücht einer weltweiten "Christenverfolgung". Wir haben zahlreiche Statistiken gewälzt, Dokumente ausgewertet und mit Experten gesprochen, um dem Phänomen auf die Spur zu kommen. Gefunden haben wir Hinweise auf eine wachsende Bedrohung der Glaubens- und Meinungsfreiheit von Menschen mit nichtkonformen Haltungen.
Samstag, 1. Juni 2013
Christenverfolgung 1

Immer öfter sprechen Politiker, Kirchenvertreter und Analysten von einem Phänomen, das kaum belegt ist. Dabei handelt es sich um die so genannte „Christenverfolgung“, die inzwischen Experten in allen Bereichen beschäftigt. Insbesondere der so genannte Arabische Frühling, lokale Gewaltausbrüche zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen sowie die damit einhergehenden Flüchtlingsbewegungen aus den einzelnen Krisenregionen haben dazu geführt, dass das Schicksal der christlichen Minderheiten in den arabischen Ländern zur globalen „Christenverfolgung“ umgedeutet wird.

Wir haben uns auf die Suche gemacht, um dem vermeintlichen Mythos auf die Spur zu kommen. Im ersten Teil unserer dreiteiligen Analyse werfen wir einen genauen Blick auf die regionalen Brennpunkte der so genannten „Christenverfolgung“ und untersuchen dort die genaue Gefährdungslage der einzelnen Minderheiten. Darüber hinaus zeigen wir auf, wie bei Open Doors, der wichtigsten Organisation, die das Thema immer wieder in die Medien bringt, Zahlen und Fakten unseriös ausgelegt und gedeutet werden, um das Phänomen zu kreieren.

Wenn es eine, möglicherweise nicht ganz seriös arbeitende Organisation gibt, die das Thema in den Vordergrund bringt, ist das aber noch lange kein Beleg, dass Christen nicht doch tatsächlich auch strukturell verfolgt werden. Wir haben deshalb bei den wichtigsten internationalen Flüchtlings- und Migrantenorganisationen, bei Menschenrechtsorganisationen und bei Deutschlands wichtigster Behörde in Flüchtlingsfragen nachgehakt. Der zweite Teil unserer Analyse brachte hervor, das es keinerlei statistische Belege für das Phänomen der „Christenverfolgung“ gibt. Statistiken, aus denen man eine Verfolgung auf Basis der Weltanschauung ableiten könnte, werden schlichtweg nicht erhoben. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge teilte uns auf Nachfrage mit, dass das Phänomen der Christenverfolgung „keine statistische Größe [sei], die wir im Rahmen des Asylverfahrens auswerten“.

Dennoch wird mit dem Thema aber Politik gemacht. In Deutschland engagieren sich neben den Kirchen und christlichen Organisationen vor allem zahlreiche Politiker der Unionsparteien, die damit Einfluss auf Flüchtlings- und Integrationspolitische Entscheidungen zugunsten ihrer Klientel nehmen wollen. Im dritten und abschließenden Teil unserer Analyse nehmen wir dieses Engagement und die zugrundeliegenden Argumente genau unter die Lupe und machen deutlich, dass diese Klientelpolitik am Ende dazu führen könnte, dass die grundlegenden Menschenrechte der tatsächlich Verfolgten unter die Räder geraten.