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Editorial

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Samstag, 1. Juni 2013

Liebe Lesende,

wie viele Hoffnungen waren mit dem „Arabischen Frühling“ verbunden! Hoffnungen auf mehr Freiheit und weniger Unterdrückung, auf offene Demokratie statt quälende Diktatur. Doch was ist daraus geworden?

diesseits Titel 2/2013

Oftmals brachten Wahlen die islamistischen Kräfte an die Macht, und die Säkularen sind insgesamt eher in die Defensive geraten. Von der offenen Gesellschaft, die wir bei uns inzwischen – vielleicht zu leichtfertig – als selbstverständlich hinnehmen, sind die Menschen in Nordafrika und dem Nahen und Mittleren Osten jedenfalls noch weit entfernt. Deshalb zeigt unser Titelbild in arabischer Kalligraphie den Schriftzug „Arabischer Frühling“ – zu Eis gefroren.

In der Mitte des Heftes (hier bestellen) finden Sie – wenn Sie möchten, zum Herausnehmen und Aufbewahren – eine thematische Landkarte. Ihr können Sie zum Beispiel entnehmen, ob im betreffenden Land die Scharia gilt, wie es um die Gleichberechtigung von Mann und Frau steht, ob es eine Staatsreligion gibt und wie es um die Meinungsfreiheit bestellt ist. Außerdem haben wir einige besonders markante Nachrichten der Verfolgung nicht-religiöser Menschen eingetragen. Denn auch wenn die deutsche Bundesregierung sich besonders um die vermeintliche Verfolgung von Christen in der Welt sorgt – vor allem sind es Säkulare, die aus weltanschaulichen Gründen in den islamistischen Regimen unterdrückt, gefoltert und inhaftiert werden. Es wäre schön, wenn die deutsche Außenpolitik auch dies in den Fokus nähme – jedenfalls ist es überfällig.

Diese Ausgabe bietet Ihnen, liebe Lesende, mehr Lesestoff als die vorhergehenden. Zum eine haben wir das bisher zweiseitige Inhaltsverzeichnis auf nur mehr eine Seite zusammengezogen. Zum anderen hat diesseits jetzt vier Seiten mehr, allerdings auf etwas dünnerem Papier. Inhalt gegen Gewicht – das schien uns ein guter Tausch.

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre!

Ihr Michael Bauer