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Ausstellung: Humanisten im Fokus

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Kurz nach Machtantritt zerschlugen die Nationalsozialisten sowohl den Freidenkerverband als auch die weltliche Schulbewegung. Viele Humanisten engagierten sich fortan im Widerstand gegen das NS-Regime. Eine Ausstellung stellt sie in den Mittelpunkt.
Donnerstag, 28. Februar 2013
Humanisten im Fokus

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten vor nunmehr 80 Jahren verlor Berlin seinen Charakter weltoffene und tolerante Metropole. Aus diesem Anlass hat das Land Berlin beschlossen, im Rahmen eines Themenjahres an diese „zerstörte Vielfalt“ zu erinnern. Im gesamten Jahr 2013 finden vielfältige Aktivitäten von Vereinen, Organisationen, Museen etc. statt, die diesen Jahrestag zum Anlass nehmen, um aufzuzeigen, was die Zerstörung der Vielfalt für die direkt davon Betroffenen und die Stadt Berlin bedeutete.

Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds beteiligt sich der Landesverband Berlin-Brandenburg des HVD mit einer Ausstellung an diesem Themenjahr. Sie erinnert an die Verfolgung der humanistischen Bewegung durch die Nationalsozialisten und den Widerstand, den Humanisten geleistet haben. Der Anteil von Menschen aus der humanistischen Bewegung am Widerstand gegen den Nationalsozialismus, ist bisher weitgehend unbeachtet geblieben. Das hängt damit zusammen, dass anders als bei Widerständlern mit christlichem Hintergrund, die Geschichtsforschung die weltanschaulichen Motive von humanistisch orientierten Menschen nicht genügend beachtet hat. Da sich diese zumeist in Gruppen engagierten, die dem Widerstand der Arbeiterbewegung zuzurechnen sind, hat die Geschichtswissenschaft nicht weiter nach ihren Motiven gefragt.

Auch die Zerschlagung des Freidenkerverbandes und der weltlichen Schulbewegung sind, obwohl sie zu den ersten Unterdrückungsmaßnahmen des NS-Regimes zählten, bisher nicht ins Blickfeld der Historiker geraten. Insgesamt ist festzustellen, dass es in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung des Widerstands gegen den Nationalsozialismus nach wie vor Defizite gibt. Die Mehrzahl der bekannten und geehrten Widerstandskämpfer hat erst spät ihr - zumeist christlich geprägtes - Gewissen entdeckt, viele haben die NS-Bewegung sogar lange Zeit aktiv unterstützt. Anders die in der Ausstellung dargestellten Humanisten: Sie bekämpften die NS-Diktatur von Anfang an, viele unter großen Opfern und Entbehrungen über die gesamten zwölf Jahre des „1000-jährigen Reiches“.

Die Ausstellung will einen Beitrag dazu leisten, diese Fakten stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Auf insgesamt 20 Tafeln werden die Biographien von zwölf Berliner Humanisten, sowie die Entwicklung und die Verfolgungsgeschichte des Deutschen Freidenkerverbandes und des Bundes Freier Schulgesellschaften dargestellt. Beide wurden ausgewählt, weil sie vor 1933 die in Berlin bedeutendsten Zweige der Humanistischen Bewegung bildeten.

Im Bezirk Neukölln, wo die humanistische Bewegung einen ihrer Schwerpunkte hatte, weist eine Themensäule auf die Ausstellung hin, die im Verlauf des Jahres durch verschiedene Berliner Bezirke wandert. Standort der Säule ist die Donaustraße am Bürgeramt. Die Eröffnung der Ausstellung findet am 15. März 2013 um 17 Uhr im Foyer des Rathauses Kreuzberg statt.

Ausstellungstermine

Humanisten im Fokus 2

15.03. - 12.04. Rathaus Kreuzberg, Yorckstr. 4-11
15.04. - 15.05. Rathaus Schöneberg, John-F-Kennedy-Platz
16.05. - 14.06. Gemeinschaftshaus Gropiusstadt, Bat-Yam-Platz 1
29.07. - 23.08. Rathaus Wilmersdorf, Fehrbelliner Platz 4
26.08. - 20.09. Rathaus Pankow, Breite Str. 24a
23.09. - 18.10. Rathaus Spandau, Carl-Schurz-Str. 2/6
18.10. - 15.11. Ausstellungszentrum Pyramide, Riesaer Str. 94
18.11. - 18.12. Rathaus Treptow, Neue Krugallee 4

Weitere Infos unter www.zerstoerte-vielfalt-humanismus.de