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Nr. 101, 4/2012
diesseits Nr. 101 / 4 - 2012

diesseits Nr. 101 / 4 - 2012

Liebe Lesende,

Sie haben bestimmt gleich gemerkt, dass sich der Untertitel des Hefts geändert hat. Aus dem „Magazin für weltlichen Humanismus" ist „Das humanistische Magazin" geworden. Warum? Weil in der Kürze die Würze liegt. Unser Humanismus steht für sich selbst, ist immer weltlich, was denn auch sonst. Entsprechend haben wir auch den Untertitel unseres Internetauftritts in „diesseits.de - Das humanistische Online-Magazin" geändert.

In unserer vorhergehenden Ausgabe haben wir über das kirchliche Arbeitsrecht berichtet. Inzwischen hat die Kampagne gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz (GerDiA) dazu eine ausführliche Studie vorgelegt. Sie enthält nicht etwa nur abstrakte rechtsgelehrte Darlegungen, sondern macht mit vielen Einzelfällen die alltägliche Diskriminierung der kirchlichen Arbeitgeber detailliert deutlich.

Leitartikel-Bild
Die Debatte um den Legitimationsverlust der klassischen repräsentativen Demokratie befand sich lange im Dornröschenschlaf. Die Wirtschafts- und Fi­nanzkrise hat sie neu entfacht. Der eklatante Mangel demokratischer Verstän­digungsprozesse im rasanten Tempo der Märkte hat die Schwierigkeiten der Demokratie in der Moderne deutlich gemacht. Erleben wir gerade das Ende des politischen Zeitalters? Oder liegt in dieser Krise die Chance auf die Re-Politisierung der Gesellschaft?
Stéphane Hessel
Der 95-jährige Stéphane Hessel war der ideologische Vater der demokratischen Aufstände weltweit. Von Arabellion bis Occupy Wallstreet kamen die Menschen seiner Aufforderung nach Entrüstung und Einmischung nach. Gestern ist er in Paris gestorben. Wir haben sein Werk noch einmal gelesen.
Mit provokanten Bildern lockt das Deutsche Theater die Berliner zur politischen Debatte.
Die politische Debatte scheint bühnenreif. Anders ist es nicht zu erklären, dass sie die deutsche Theaterlandschaft erobert. Die diesseits-Redaktion hat sich für Sie umgesehen, wo und in welcher Form die politische Debatte auf der Bühne stattfindet.
EU + Nobel
Die Europäische Union bekommt am Montag in Oslo den Friedensnobelpreis. Befürworter der Auszeichnung an die EU bejubeln diese als verdient und überfällig, Gegner kritisieren die Entscheidung aufgrund der EU-Flüchtlings- und Asylpolitik, der Rüstungspolitik sowie den Demokratiedefiziten der EU. HVD-Präsident Frieder Otto Wolf kommentiert die Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU.
Foto: Im Juni wurde Jessica Ahlquist von den US-amerikanischen Humanisten als „humanistische Pionierin“ geehrt. Foto: © American Humanist Association
Jessica Ahlquist war gerade 15 Jahre alt geworden, als sie gegen ein Schulgebet protestierte. Heute ist sie die jüngste Heldin der Humanisten in den USA.
Foto: privat
Mit seinem Buch „Der heilige Schein“ legte Berger die doppelbödige Moral der katholischen Kirche offen. Er engagiert sich gegen reaktionäre katholische Kräfte, aktuell bei einer Kampagne gegen das Internetportal kreuz.net, in dem rechtsextreme, antisemitische und homophobe Hetze betrieben wird.
Freiheitsstatue
Können Humanisten und Atheisten zufrieden auf den Wahlkampf zurückblicken? Was beeutet der Wahlerfolg von Barack Obama für das säkulare Amerika? Worauf kann man sich jetzt freuen und vor welchen Schwierigkeiten steht das Land? Die Analyse nach den US-Wahlen aus humanistischer Perspektive. Unser Autor Matthew Bulger von den US-amerikanischen Humanisten weiß, wovon er spricht.
Puntigam, Gruber, Oberhummer: Gedankenlesen durch Schneckenstreicheln
Werner Gruber, Heinz Oberhummer und Martin Puntigam sind die Dampfabzugshaube in der Gerüchteküche. Die drei äußerst skurrilen Wissenschaftler aus Österreich räumen auf höchst amüsante Weise mit Märchen und Mythen auf, indem sie praktische Wissenschaft betreiben. Da lernt man dann zum Beispiel, was Hirschsein nicht vor Blitzeinschlag schützt oder in welchem Verhältnis Joghurt und Trümmerfrauen zueinander stehen.
Richard Senett: Zusammenarbeit.
Ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile? Aristoteles war sich dessen sicher. Ist Egoismus also gar nicht schädlich für das Wohlergehen einer Gesellschaft? Der amerikanische Soziologe Richard Sennet geht in seinem aktuellen Buch dieser Frage auf den Grund. Anhand von vielen Beispielen aus Naturwissenschaft,Wirtschaft und Gesellschaft, aus Kunst, Musik und Architektur erkundet er, warum der Mensch kooperiert.
Gert Scobel: Warum wir philosophieren müssen
Ich denke, also bin ich? Dass die Frage des denkens damit nicht erschöpfend geklärt ist, liegt nahe. Wann beginnt das grübeln, wieso machen wir das überhaupt, was geht dabei vor sich und warum können wie es nicht lassen? Gert Scobels überaus lesenswerte Erkundung „Warum wir philosophieren müssen“ geht diesen und vielen anderen Fragen auf den Grund.
Landgericht
Ursula Krechel lässt in „Landgericht“ einen ins Exil geflohenen jüdischen Juristen zurückkehren in das Land der Täter. Noch nie wurde der beschämende Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte derart akribisch und sprachgewandt seziert, wie in Krechels völlig zu Recht ausgezeichneten Roman.
Nilsen: Große Fragen
Der Amerikaner Anders Nilsen lässt in „Große Fragen“ eine Horde Buchfinken den Rätseln des Daseins auf die Spur gehen und nimmt den Leser mit seinem ebenso eindringlichen wie anrührenden Comicroman gefangen.
Cover: 1913. Der Sommer des Jahrhunderts.
Das Jahr 1913, welche Bedeutung hat es im kollektiven Bewusstsein der Welt? Es ist das Jahr vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Florian Illies beweist mit seiner famosen Collage "1913. Der Sommer des Jahrhunderts", dass dieses Jahr mehr ist.
Canale Mussolini
Der Italiener Antonio Pennacchi erzählt in „Canale Mussolini“ vom italienischen Faschismus in der Provinz und macht ihn gerade dadurch begreifbar. Warum das spektakulär ist? Weil dieser Roman ein unglaubliches Vergnügen bereitet.