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Nr. 100, 3/2012
diesseits Nr. 100 / 3 - 2012

diesseits Nr. 100 / 3 - 2012

Liebe Lesende,

Sie halten das 100ste diesseits-Heft in Ihrer Hand. 1987, also vor 25 Jahren, wurde das erste Heft von den Westberliner Freidenkern herausgegeben. Nach der Gründung des HVD als neuem säkularem Dachverband wurde diesseits ab 1993 das Mitgliedermagazin für alle seine Mitgliedsverbände. Und auch manche anderen säkularen Gruppen, die damals noch Abstand hielten, übernahmen es gerne.

Von Anfang an widmete sich diesseits besonders der journalistischen Aufarbeitung des Kernanliegens des HVD: den Humanismus tatsächlich in die Welt zu bringen. Denn die humanistische Weltsicht fordert auch die Bewährung in der Praxis. Lebenskundeunterricht, Kindertagesstätten, am Ende auch eigene Schulen – der Weg des HVD als Bildungsträger findet sich in vielen Reportagen und Berichten in den 100 diesseits-Heften wieder.

Titelthema:
Als größter nicht-staatlicher Arbeitgeber bewegt sich die Kirche zwischen Moralismus und Lohndumping. Bei „unanständigem“ Verhalten wie Ehebruch, Homosexualität oder „Irrglaube“ kennt das kirchliche Arbeitsrecht nur eine Strategie: Entlassung. Zugleich nimmt man es mit der Moral nicht ganz so eng, wenn es um die Arbeitsbedingungen in den kircheneigenen Betrieben geht: Es herrschen Niedriglohn und Streikverbot. Die Kirchen berufen sich auf vermeintliche Sonderrechte und stoßen damit zunehmend auf Widerstand.
3. Weg vs. Tarifvertrag

Religionsfreiheit und Arbeitsrecht können miteinander in Konflikt geraten. Auf der einen Seite, können Arbeitnehmer aus religiösen Gründen bestimmte, in ihrem Arbeitsverhältnis anfallende Tätigkeiten verweigern, auf der anderen Seite können Religions- / Weltanschauungsgemeinschaften als Arbeitgeber Ansprüche an das Verhalten ihrer Angestellten stellen, die über das normalerweise im Rahmen von Arbeitsverträgen Zulässige hinausgehen und in das Privatleben der Arbeitnehmer eingreifen.

Michael Schmidt-Salomon
Ein Gespräch mit Michael Schmidt-Salomon über das kirchliche Arbeitsrecht, berechtigte Tendenzinteressen und eine alternative humanistische Linie.
Bundeswehr Seelsorge
Wer glaubt, die Militärseelsorge wäre ebenso multikonfessionell aufgestellt, wie die Bundeswehr selbst, der irrt gewaltig. Geschätzte 60.000 Soldaten sind dem Versuch einer permanenten Missionierung ausgesetzt.
Neugierig
Die konfessionell-weltanschauliche Landschaft Deutschlands befindet sich im Umbruch. Zeit darüber nachzudenken, was das für die humanistischen Praxisfelder bedeutet.
Beschneidung
Das Kölner Beschneidungsurteil vom 7. Mai 2012 – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Vertiefung des säkularen Rechtsstaates.
Kinder- und Jugendliteraturpreis
Herausragende Werke der Kinder- und Jugendliteratur werden seit 1956 durch den Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. In diesem Jahr sind 28 Titel in den Kategorien Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch sowie von der Jugendjury nominiert. Die Sieger werden heute auf der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben.
Wolfgang Huber: Ethik

Dem ehemaligen EKD-Präses Wolfgang Huber kann man keinen Vorwurf machen. In seinen Ausführungen zu den Grundfragen unseres Lebens in der Ethik-Vorlesung für die ZEIT-AKADEMIE ist er grundehrlich: „Meine Überlegungen stützen sich auf die evangelische Gestalt christlicher Ethik“, heißt es in der Einführung und der aufmerksame Studierende weiß sofort, woran er ist. Luthers „Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“ gilt für den Vorzeige-Kirchenmann Huber in gleichem Maße.

Jonathan Littell: Notizen aus Homs

Als das syrische Regime beschloss, den Aufstand des eigenen Volkes mit aller Gewalt niederzuschlagen, reiste der französische Autor Jonathan Littell heimlich in das Land, um für Le Monde aus der Hochburg des Widerstands zu berichten. Wie gefährlich das ist, zeigte jüngst erst der Tod der erfahrenen und preisgekrönten japanischen Kriegsreporterin Mika Yamamato in der nordsyrischen Handelsmetropole Aleppo.

Ann-Marlene Henning & Tina Bremer-Olszewski: Make Love.

Wie klärt man Jugendliche in einer Zeit auf, in der sie mit sexuellen Botschaften nur so zugeschüttet werden? Diese Frage haben sich die Sexologin Ann-Marlene Henning und die Journalistin Tina Bremer-Olszewski gestellt. Entstanden ist Make Love, ein zeitgemäßes und modernes Aufklärungsbuch, das Jugendliche ansprechen will, „die anfangen Sex zu haben“.

Elton John: LOVE IS THE CURE

„Wenn die gesamte Forschung zum Stillstand käme und wir in unserem Verständnis des HI-Virus nicht einen einzigen Schritt weiterkämen, könnten wir die Seuche dennoch schon heute besiegen.“ Zu diesem verblüffenden Fazit kommt der britische Popstar Sir Elton John in seinem ersten Buch LOVE IS THE CURE, einem unter die Haut gehenden Appell gegen die „traurige Übereinkunft der Gleichgültigkeit“, die bei dem Thema herrsche.