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Nachgefragt bei...

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Melanie Sellmeier: Die Mutter dreier Kinder im baden-württembergischen Esslingen hat seit der Einschulung ihrer ältesten Tochter im vergangenen September festgestellt, dass es mit der weltanschaulichen Neutralität in ihrem Bundesland leider längst nicht überall zum Besten steht. Erst lud die Schule alle Familien ein zum Gottesdienst, doch für einige Worte von einem Vertreter konfessionsfreier Familien gab es dort trotz Anfrage keinen Platz. Und auch eine Alternative zum Religionsunterricht sucht sie bislang vergebens.
Montag, 12. Juni 2017
Foto: © privat

Melanie Sellmeier. Foto: © privat

Wie finden Sie es, dass Ihnen eine Beteiligung am Gottesdienst vor der Einschulung in Form einiger „guter Worte“ verwehrt wurde?

Melanie Sellmeier: Wenn es sich bei dem Gottesdienst um eine Veranstaltung gehandelt hätte, die wirklich getrennt von der eigentlichen Einschulung gewesen wäre, dann wären wir gar nicht auf die Idee gekommen, dort anzufragen. Die Schule hat jedoch die Einladung verteilt. Der Ablauf war so, dass der Gottesdienst um 9 Uhr begann und danach alle Kinder gemeinsam mit den Familien den einen Kilometer langen Weg zu Schule gehen sollten. In der Schule selbst ging die Einschulungsveranstaltung dann um 10 Uhr los.

Dieser gemeinsame Weg in die Schule, zusammen mit den neuen Klassenkameraden und allen Familien – das wäre schon etwas Besonderes gewesen. Und dadurch haben wir uns tatsächlich ausgeschlossen gefühlt. Zudem hat die Pastorin auf Anfrage vorab mitgeteilt, dass sie zwar sich eine interreligiöse Veranstaltung irgendwann vielleicht vorstellen könnte. In der Antwort hieß es dann aber auch, bei solchen Veranstaltungen gebe keine weltanschauliche Ausgewogenheit und deshalb sei auch nicht vorgesehen, dass andere weltanschauliche Beiträge ohne religiösen Hintergrund vorkommen.

diesseits Nr. 118, 1/2017

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