Direkt zum Inhalt

Wir müssen unser säkulares Bewusstsein stärken!

Druckversion
Die schrecklichen islamistischen Terroranschläge der letzten Monate verbreiten nicht nur Angst in unserer hiesigen Gesellschaft und schüren Feindseligkeiten gegenüber muslimischen Mitbürgern – sie machen uns auch ohnmächtig gegenüber der unmittelbaren Bedrohung eines ideologischen wie auch gewalttätigen Islamismus. Hilflos dagegen sind wir aber nicht.
Samstag, 15. Oktober 2016

Islamunterricht an deutschen Schulen, prachtvolle islamische Gotteshäuser statt Hinterhofmoscheen, interreligiöser Dialog und die gerechte Anerkennung der Muslime in der Mehrheitsgesellschaft reichen nicht aus, um unsere Gesellschaft und allen voran unsere muslimischen Mitbürgerselbst vor dem Islamismus zu schützen. Dem Islamismus können wir entgegenwirken, wenn wir unser säkulares Bewusstsein stärken und dieses Bewusstsein auch bei unseren muslimischen Mitmenschen fördern.

Foto: © Evru Tavli

Cigdem Toprak ist freie Journalistin, Bloggerin und Autorin. Die 29-Jährige hat in Istanbul und London Konfliktforschung studiert. Foto: © Evru Tavli

Denn die muslimische Welt hat solange ein Radikalisierungsproblem und -potential, wie muslimische Menschen nicht bereit sind, sich kritisch mit ihren Glaubensinhalten auseinanderzusetzen. Erst dann können sie immun gegen die Verführung zu radikalen Ideologien werden. Um aber einen kritischen Umgang mit seinem Glauben zu pflegen, bedarf es eines säkularen Bewusstseins, das Prinzipien wie Demokratie, Toleranz, Gerechtigkeit und Freiheit nicht vorrangig und einzig aus religiösen Grundlagen ableitet.

Muslime müssen nicht immer und nicht nur im Koran blättern oder den Imam fragen, wenn sie nach Antworten auf weltliche Fragen suchen – gerade wenn es um unser friedliches Zusammenleben geht. Es sind zuallererst die Menschenrechte, verankert in unserem Grundgesetz, die unser Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft bestimmen – und nicht der Glaube des Einzelnen. Der individuelle Glaube kann ein Ansporn sein für ein demokratisches Zusammenleben – aber unsere gesellschaftliche Ordnung fundiert nicht auf einem Glauben.

Weiterlesen? Holen Sie sich jetzt die aktuelle Ausgabe – entweder als klassisches Printmagazin, im Appstore (Apple, Google Play) oder als PDF ganz bequem auf Ihrem Bildschirm: diesseits bietet Ihnen eine humanistische Perspektive auf Persönlichkeiten, Ereignisse und aktuelle Debatten.

Hier können Sie Ihr Exemplar direkt herunterladen.


Oder bestellen Sie unser Magazin im Abonnement und verpassen Sie zukünftig keine Ausgabe mehr.