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Editorial

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Montag, 8. August 2016
Foto: © Evelin Frerk

Liebe Lesende,

wir leben in unsicheren, ja geradezu verstörenden Zeiten. Kann uns unsere humanistische Überzeugung dabei Sicherheit und Orientierung geben? Hilft sie uns überhaupt, und wenn ja, wie?

In unserem Leitartikel geht es um diese Fragen. Antworten darauf soll es aber auch im Juni nächstes Jahr beim HumanistenTag in Nürnberg geben. Vier Tage lang bietet er Zeit und Raum für philosophische Aufklärungen, politische Diskussionen, weltanschauliche Debatten und kulturelle Erlebnisse. Wir haben mit Beteiligten an der Planung gesprochen.

Weltanschaulich-humanistische Positionen in die Politik einzubringen und durchzusetzen, ist ein hartes Brot. Wir ziehen ein Resümee der Entwicklungen im vergangenen Jahr. Licht und Schatten wechseln sich dabei ab. Aber es gibt immerhin Hoffnung: Der schleswig-holsteinische Landtag hat beschlossen, der Landesverfassung keine religiös gefärbte Präambel zu verpassen, sondern sie so zu lassen, wie sie ist. Das hatte auch der Humanistische Verband Deutschlands in seiner Stellungnahme im Gesetzgebungsprozess empfohlen.

Steter Tropfen höhlt den Stein, könnte man sagen. Vielleicht ist es auch ein Ergebnis der HVD-Beteiligung bei einem Fachgespräch beim Bundesverfassungsgericht und der anschließenden Kontaktpflege, dass die Karlsruher Richter den Humanistischen Verband um eine Stellungnahme im Prozess gegen die umstrittene gesetzliche Regelung des assistierten Suizids von 2015 gebeten haben. Wir werden jedenfalls unser Möglichstes tun, um mit der Kompetenz unser langjährigen Erfahrung in der Beratung und Begleitung am Lebensende dabei zu helfen, dieses schlechte Gesetz zu Fall zu bringen.

Man sieht: Wenn wir hartnäckig, konsequent und eindeutig für die eigenen Überzeugungen kämpfen, tragen unsere Bemühungen durchaus Früchte. Schön, dass Sie mit dabei sind.

Ich wünsche Ihnen eine unterhaltsame und anregende Lektüre. Genießen Sie den Sommer.

Ihr Michael Bauer

Nr. 115, 2/2016

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