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„Die gesellschaftliche Relevanz wächst mit der Mitgliederzahl“

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Gelingt den Humanisten in Baden-Württemberg die Trendwende zum steten Wachstum? Ein Blick auf die Entwicklung in den letzten zehn Jahren bietet mittlerweile einigen Anlass zur Zuversicht. Noch gibt es aber große Herausforderungen zu meistern.
Freitag, 13. Mai 2016
BW-Kampagne

Motiv der Werbekampagne im Jahr 2012. Ist also alles super im Ländle? Nun, wenn da nicht ein paar Kleinigkeiten ungelöst wären...

„Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ – Mit dem selbstbewusst-menschelnden Slogan begann die zweifellos erfolgreichste Imagekampagne, die je von einem deutschen Bundesland ausging. Bundesweit prangte der Spruch an Bussen, wurde vor Kinofilmen gezeigt oder erinnerte auf Plakatwänden an Autobahnen und an den großen Straßen deutscher Metropolen, dass sich Baden-Württemberg als Wirtschaftsstandort und Lebensraum einer herausragenden Leistungsfähigkeit und großen Attraktivität rühmt.

Doch nicht erst „Stuttgart 21“ hat vielen klargemacht, dass die augenzwinkernde Werbekampagne die Wirklichkeit viel schöner zu zeichnen versuchte als dies selbst sehr patriotisch gestimmte Geister glauben mögen. Denn wie in fast allen Bundesländern wächst in Baden-Württemberg die Zahl der konfessionsfreien Bürgerinnen und Bürger Jahr für Jahr – und wie in fast allen Bundesländern fällt es Politikern und Behördenvertretern sehr schwer, sich auf den Wandel in der weltanschaulichen Landschaft zwischen Mannheim und dem Bodensee einzustellen.

Deutlich geworden ist dies leider erneut in der vergangenen Legislaturperiode unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann am nicht eingelösten Versprechen der grün-roten Regierungskoalition, das Schulfach Ethik ab der ersten Klassenstufe an den öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg einzuführen.

Zehntausende Eltern und Heranwachsende ohne religiöses Bekenntnis müssen bis heute auf eine vollwertige Alternative zum Religionsunterricht verzichten, obwohl sie als Steuerzahler ebenso zum Bildungsetat des Landes beitragen wie die Angehörigen der Kirchen. Grüne und Sozialdemokraten erneuerten zwar vor der Landtagswahl am 13. März 2016 ihr Versprechen, Ethik ab Klasse 1 einzuführen – doch wer sollte darauf vertrauen, nachdem das Anliegen bereits einmal als nicht wahlentscheidend zurückgestellt wurde?

Nr. 114, 1/2016

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