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Die größte Herausforderung der Welt

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Führende Forscher und Wissenschaftsexperten sind sich weitgehend einig: Die Menschheit prägt eine neue Epoche der Erdgeschichte. Weniger sicher sind viele Beobachter allerdings bei der Frage, ob unsere globale Gesellschaft die damit verbundenen Herausforderungen meistern wird. Klar ist schon jetzt: Das Anthropozän ist ein Zeitalter des Massensterbens – und wird vielleicht sogar eines des Endes der Zivilisation, wie wir sie kennen.
Dienstag, 1. Dezember 2015
Illustration: © Globaia, Planet Under Pressure, SEI, SRC, CSIRO

Illustration: © Globaia, Planet Under Pressure, SEI, SRC, CSIRO

Stellen Sie sich doch einmal vor, dass Sie die Macht besäßen, über die Gestaltung eines ganzen Planeten zu bestimmen. Denken Sie einmal darüber nach, was Sie täten, wenn es zu Ihren Fähigkeiten gehörte, Berge zu versetzen oder neue Täler zu schaffen; den Lauf von Flüssen zu bestimmen, ganze Seen zu füllen oder zu leeren, ja selbst Meeresspiegel zu heben oder zu senken und die Jahreszeiten zu verändern. Was würden Sie tun, wenn Sie karge Wüsten in blühende Gärten und undurchdringliche Wälder in unfruchtbare Steppen verwandeln können? Was empfinden Sie bei dem Gedanken, dass Ihre Schritte und Handlungen in den Sedimenten der Oberfläche dieses Planeten deutliche Spuren hinterlassen können, die auch hunderte Millionen Jahre später noch existieren?

Und stellen Sie sich auch einmal vor, dass es Ihrer Wahl obläge, zu entscheiden, dass eine Spezies fortexistierte oder mit ihr ein weiterer Zweig der Evolution zu enden habe. Was wäre, wenn Sie wählen dürften, ob die Wirbeltiere auf jenem Planeten sich ihrer animalischen Herkunft zu fügen haben oder ob einige von ihnen zu Kulturen reifen können, deren Angehörige über den Rand der Jahrhunderte zu blicken vermögen? Was würden Sie tun, wenn Sie die Macht besäßen, Wohl und Wehe von Milliarden empfindungsfähiger Wesen auf einem winzigen Trabanten eines  durchschnittlichen Sterns im äußeren Seitenarm einer unauffälligen Spiralgalaxie zu beeinflussen – und Sie wären einer davon?

diesseits | Nr. 113, 4/2015

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