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Damit Menschen satt werden, muss kein Tier sterben

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Über Humanismus, Tierethik und Vegetarismus
Dienstag, 1. September 2015
Foto: superingo / Fotolia.com

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Der Humanismus stellt den Menschen in den Mittelpunkt seines Selbstverständnisses. Diese Auffassung bedingt kein einseitig erhöhtes und idealisiertes Bild des Menschen, denn seine Geschichte kennt genügend
Schattenseiten wie Diktaturen, Massenmorde und Versklavung. Deren Ablehnung fordert die Notwendigkeit einer normativen Aufladung des Humanismus-Verständnisses. Sie artikuliert sich in einer aufklärerischen und menschenrechtlichen Ausrichtung, die ein Bekenntnis zu politischen Minimalbedingungen einschließt. Dazu gehören Abwählbarkeit und Herrschaftskontrolle, Grundrechte und Individualität, Offenheit und Pluralismus. Gerade die letzten Merkmale schließen die feststehende Definition eines „Guten“ aus, kann doch allenfalls eine dynamische Annäherung an das Gemeinte erfolgen. Ein größerer inhaltlicher Konsens bestünde demgegenüber im Gebot der Minimierung des „Leides“. Dies bedingt die Ablehnung von Diktatur und Repression, Elend und Hunger, Unfreiheit und Ungleichwertigkeit.

Die Reduzierung von Angst und Schmerz kann aber nicht beim Menschen halt machen, sofern man darin ein Grundprinzip des eigenen ethischen Selbstverständnisses sieht. Denn: „Die Tiere empfinden, wie der Mensch, Freude und Leid, Glück und Unglück; sie werden durch dieselben Gemütsbewegungen betroffen wie wir“ (Charles Darwin). Der Besuch in einem Tierheim belehrt darüber ebenso wie der Blick
auf einschlägige Forschungsergebnisse. Insofern sind auch Fleischkonsum und Massentierhaltung im Lichte des genannten Prinzips legitimationsbedürftig.

diesseits 3/2015

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