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„Eine Wertedebatte halte ich nicht für nötig“

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Zwölf Fragen an Yasmin Fahimi, SPD-Generalsekretärin.
Montag, 1. Juni 2015
Foto: SPD/Marco Urban

Foto: SPD/Marco Urban

Unsere Gesellschaft ist religiös und weltanschaulich vielfältig. Das ist in Berlin gut zu beobachten, aber auch in vielen anderen Teilen der Bundesrepublik. Konfessionsfreien fiel in den letzten Jahren auf, dass viele führende Genossinnen und Genossen ihre Nähe zum christlichen Glauben herausstellten oder anderweitig deutlich Stellung für religiöse Überzeugungen bezogen. Halten Sie solche öffentlichen Bekenntnisse für gut oder sehen sie diese eher skeptisch?

Yasmin Fahimi: Ich finde, das muss jeder für sich persönlich entscheiden. Ich bin konfessionslos, und gehe damit auch sehr offen um. In der Bundesrepublik herrscht Religionsfreiheit, darauf sollten wir sehr stolz sein.

Vor einigen Wochen hatte das Bundesverfassungsgericht ein Urteil zur Frage gefällt, ob Lehrkräfte Kopftücher tragen können. Kreuze im Klassenzimmer soll es „eigentlich“ nicht geben, wenn aber keiner Anstoß nimmt, können sie bleiben. Kopftücher von Lehrerinnen sollen „eigentlich“ erlaubt sein, aber wenn jemand Anstoß nimmt, kann man sie verbieten. Leuchtet Ihnen das ein

Besonders glücklich bin ich über das Urteil nicht, weil es natürlich keine Klarheit schafft. Wenn wir aber in einer toleranten und weltoffenen Gesellschaft leben wollen, sind solche Aushandlungsprozesse manchmal anstrengend – das müssen wir aushalten. Richtig ist, dass wir mit generellen gesetzlichen Regelungen in diesen Fragen oft nicht weit kommen. Insoweit haben die Karlsruher Richter uns einen wichtigen Auftrag zur Klärung zurückgegeben.

diesseits 2/2015

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