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Herzen des Humanismus

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Immer mehr Menschen in Deutschland gehören keiner Religionsgemeinschaft an. Vor allem in Großstädten ist heute oft schon eine Mehrheit konfessionsfrei. Doch während Kirchen, Moscheen, Cem-Häuser und ähnliche Bauwerke unübersehbar die Stadtbilder prägen, sind Gebäude zur Versammlung nichtreligiöser Menschen eine Ausnahmeerscheinung. Warum eigentlich?
Freitag, 29. Mai 2015
Fotos: Thomas Greenall & Jordan Hodgson

Skizzen zu Alain de Bottons Tempel für Atheisten. Bilder: Thomas Greenall & Jordan Hodgson

46 Meter hoch, rund 1,4 Millionen Euro teuer und errichtet inmitten der Londoner City: ein Tempel des Atheismus. Mit seinem Vorschlag, ein Monument zu Ehren eines nichtreligiösen Weltbildes zu errichten, löste der schweizerisch-britische Philosoph Alain de Botton im Januar 2012 eine Kontroverse aus. De Botton hatte sogar schon erste Entwürfe entwickeln lassen, um für die Idee zu werben: Ein schmaler Turm mit schwarzer Fassade, der nach oben hin geöffnet ist, sollte zwischen den Bankgebäuden und den anderen Bürobauten im Zentrum der Stadt entstehen. Jeder Zentimeter des Turms würde eine Million Jahre seit der Entstehung der Erde repräsentieren. An der Spitze sollte ein nur wenige Millimeter langer Goldstreifen die Existenz der Menschheit auf der Erde markieren. Weiter hieß es, die Außenfassade könnte eine Darstellung des menschlichen Genoms füllen. „Warum sollten religiösen Menschen die schönsten Gebäude im Land besitzen“, fragte Alain de Botton. Es sei Zeit, dass Atheisten eigene Varianten zu den Kirchen und Kathedralen entwickeln.

diesseits 2/2015

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