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Humanismus als „Weltanschauung“?

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Organisationen und Gemeinschaften von Menschen, die sich als humanistisch bezeichnen, gibt es in vielen Ländern. Echte anderssprachige Äquivalente zum Begriff Weltanschauung findet man jedoch keine. Und das ist gut so, meinen prominente Vertreter des Humanismus in Deutschland. Es sei vielmehr an der Zeit, sich auch hier davon zulösen.
Sonntag, 1. März 2015
Foto: Fotolia

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Kant erfand ihn, Schiller, Novalis, Schleiermacher und Goethe popularisierten ihn, die Propagandamaschinerie der nationalsozialistischen Ideologen vereinnahmte und missbrauchte ihn: Weltanschauung, ein Begriff, der in den vergangenen 200 Jahren in diverse andere Sprachen einging. Im Schwedischen als världsåskådning, im  Niederländischen als wereldbeschouwing, im Englischen als worldview oder im Französischen einfach als la Weltanschauung.

Als Ergebnis des kurzen Aufschwungs freidenkerischer und freigeistiger Vereinigungen zum Beginn des 20. Jahrhunderts hielt er schließlich sogar Einzug in die Weimarer Reichsverfassung, wodurch er bei der Gründung der Bundesrepublik zum Teil des deutschen Grundgesetzes wurde. „Den Religionsgesellschaften werden die Vereinigungen gleichgestellt, die sich die  gemeinschaftliche Pflege einer Weltanschauung zur Aufgabe machen“, lautet die vor knapp 100 Jahren formulierte Aufforderung an den Gesetzgeber, die entsprechenden Verbände nichtreligiöser Bürgerinnen und Bürger rechtlich und finanziell mit den Kirchen und anderen religiösen Gemeinschaften gleich zu behandeln. Auch der aktuelle Koalitionsvertrag enthält den Begriff: „Wir wollen das Miteinander aller Menschen in unserem Land fördern, unabhängig von ihrer religiösen, politischen,  weltanschaulichen oder sexuellen Identität“, heißt es dort und weiter: „Wir werden den Dialog mit den christlichen Kirchen, Religionsgemeinschaften und religiösen Vereinigungen sowie den freien Weltanschauungsgemeinschaften intensiv pflegen.“

diesseits 1/2015

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