Direkt zum Inhalt

Glücklich durch Technik?

DruckversionEinem Freund senden
Die Maskulinität des Transhumanismus
Sonntag, 1. März 2015
Foto: privat

In Dan Browns Thriller Inferno, der wochenlang die Spiegel-Bestseller-Liste anführte, ist der Bösewicht Bertrand Zobrist ein Transhumanist. Ausgehend von der „Malthusianischen Katastrophe“ und einer „populationsapokalyptischen Gleichung“ befürchtet der geniale Genforscher Zobrist das baldige Aussterben der Menschheit durch Überbevölkerung. Er sieht es als moralische Pflicht an, die Menschheit vor ihrem Untergang zu retten und erschafft einen besonderen Virus: einen viralen Vektor, der sich durch die Luft verbreitet und die menschliche DNS modifiziert. Innerhalb von einer Woche hat sein Pathogen den ganzen Planeten erfasst. Durch Zufallsauslese ist von nun an ca. ein Drittel der Menschheit unfruchtbar; bei den anderen zwei Dritteln wird der Virus nicht aktiv. Browns Held Robert Langdon und Dr. Sinskey, Direktorin der WHO, haben 750 Seiten lang den Bösewicht Zobrist hartnäckig bekämpft. Am Ende stellen Leser und Leserin mehr oder weniger erstaunt fest, dass die beiden seiner Lösung anscheinend doch so einiges abgewinnen können.

Schon das literarische Beispiel zeigt die eminente gesellschaftspolitische Relevanz des Themas. Der Begriff Transhumanismus taucht zum ersten Mal 1957 bei Julian Huxley auf, Mitbegründer der UNESCO und erster Präsident der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union, außerdem Bruder von Aldous Huxley, des Autors des Buches von Schöne neue Welt. Es handelt sich um eine Denkrichtung, die den Einsatz von Technologien zur Verbesserung des menschlichen Lebens und zur Steigerung des menschlichen Glücks rigoros befürwortet. Beispielhaft: „Die Förderung menschlicher Eigenschaften mithilfe von Biotechnologien ist wünschenswert, denn mit verbesserten Fähigkeiten geht auch ein glücklicheres Leben einher.“

diesseits 1/2015

Weiterlesen? Holen Sie sich jetzt die aktuelle Ausgabe – entweder als klassisches Printmagazin, im Appstore (Apple, Google Play) oder als PDF ganz bequem auf Ihrem Bildschirm: diesseits bietet Ihnen eine humanistische Perspektive auf Persönlichkeiten, Ereignisse und aktuelle Debatten.

Hier können Sie Ihr Exemplar direkt herunterladen.


Oder bestellen Sie unser Magazin im Abonnement und verpassen Sie zukünftig keine Ausgabe mehr.