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Editorial

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Montag, 1. September 2014
Foto: (c) Evelin Frerk

Liebe Lesende,

was für einen Humanismus wollen wir? Oder anders gefragt: Was macht den Humanismus aus, so wie wir ihn gerne leben? In dieser Ausgabe zeigen wir einige Beispiele dafür, wie die Antwort auf diese Frage ausfallen kann. Eines zieht sich durch unsere Berichte wie ein roter Faden: Humanismus findet unter Menschen statt. Menschen, die sich ausdrücken wollen. Menschen, die füreinander und für andere Verantwortung übernehmen. Menschen, die miteinander feiern.

Unser Humanismus ist einer, der in der Gemeinschaft lebt – denn nur so gedeiht er. Er ist eine positive, dem Leben und dem Miteinander zugewandte Lebenseinstellung. Und er vertritt klare Werte, die wir auch an die Generationen nach uns weitergeben wollen. Zu diesen Werten gehören in ganz besonderer Weise Freiheit und Selbstbestimmung. Doch diese Freiheit ist bedroht: durch autokratische Herrschaft und menschenverachtende Politik, durch ökonomische Krisen und die wirtschaftliche Not des Einzelnen, durch religiöses Eiferertum und Fanatismus – und auch durch unsere eigene Bequemlichkeit.

Der World Humanist Congress hat vor wenigen Wochen in Oxford eine „Erklärung zur Gedanken- und Meinungsfreiheit“ verabschiedet – unter anderem mit den Stimmen vieler, die an diesem Magazin mitgearbeitet haben. Gedanken- und Meinungsfreiheit, heißt es in der Erklärung, sind die grundlegenden Voraussetzungen für das Gedeihen der Menschheit. Auch das Recht auf die Freiheit von Religion gehört dazu. Aber diese Rechte müssen durchgesetzt, beschützt und verteidigt werden gegen immer wieder neue Bedrohungen.

In unserer globalen Welt hängen unsere Freiheit und die Freiheit der Menschen in anderen Kontinenten zusammen. Wir können heute ohne Mühe die Facebook-Blogs derer lesen, die auf der anderen Seite des Globus verfolgt und misshandelt werden, weil sie nicht oder anders als die Mehrheit glauben. Wir wähnen uns sicher. Sind wir es?

Humanisten bilden eine weltweite Gemeinschaft. Sie teilen ihre Werte über die Kontinente und die Generationen hinweg. Schön, dass auch Sie mit dabei sind.

Es grüßt Sie

Ihr Michael Bauer

diesseits 3/2014

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