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International HUMANIST NEWS - Mai 2012
Montag, 28. Mai 2012

Der ehemalige Präsident der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union (IHEU), Levi Fragell, ruft im aktuellen IHEU-Magazin säkulare, rationale und freigeistige Menschen dazu auf, sich als Humanisten zu bezeichnen. Der Begriff Humanismus werde nicht nur im weltlichen bzw. nicht-religiösen Sinn gebraucht, sondern auch in vielen anderen Zusammenhängen, so dass es möglich sei, dass die eigentlichen Humanisten das Recht verlieren könnten, sich selbst als solche zu bezeichnen - weil sie es jahrelang vergessen haben. Fragell führt aber noch einen weiteren Grund an, warum sich Humanisten zu ihrer aufgeklärten Weltanschauung bekennen sollten. Er sei der Ansicht, dass Humanistische Grundkonstanten wie Aufklärung, Wissenschaft, Toleranz und Vernunft in zahlreichen Weltregionen die besseren Voraussetzung biete, um gesellschaftliche Probleme zu lösen, als die fundamentalistischen Religionen.

Humanist Perspectives 2-2012
Sonntag, 27. Mai 2012

Der konservative Premierminister Kanadas, Stephen Harper, ist der Ansicht, dass seine Landsleute in der Öffentlichkeit nicht mehr sicher sind. Daher will er sicherheitspolitisch aktiv werden. Entsprechend liegt seit 2011 der Gesetzentwurf C10 mit dem Titel Akt für sichere Straßen und Gemeinden vor. Die Feministin und Sozialarbeiterin Sheryl Jarvis macht in ihrem Leitartikel die neokonservative Agenda des Gesetzentwurfs deutlich, der weder die Menschenrechte berücksichtigt noch sich auf wissenschaftliche Fakten und Statistiken stütze. Dennoch wurde der Entwurf im Februar bereits das zweite Mal im Parlament gelesen. Jarvis' Beitrag ist der Aufschrei einer Aktivistin über einen Gesetzgebungsprozess, der es an Menschlichkeit und Solidarität vermissen lässt und stattdessen auf die harte Hand setzt.

Freiburg Fußgängerzone
Samstag, 26. Mai 2012

Man reibt sich verwundert die Augen: im neusten Verfassungsschutzbericht (Download hier) der grün-roten Landesregierung Kretschmann wird das Aktionsbündnis FREIBURG OHNE PAPST (FoP) als „linksextremistisch beeinflußt" bezeichnet (siehe Auszug). Das Bündnis hatte sich aus Anlass des letztjährigen Papstbesuchs dessen kritische Begleitung in Freiburg zur Aufgabe gemacht.

Verfassungsschutzbericht Baden-Württemberg
Samstag, 26. Mai 2012

Der Baden-Württembergische Verfassungsschützer sind der Ansicht, er müsste die Proteste gegen die sexual- und geschlechterfeindliche Politik des Papstes in Freiburg während des Papstbesuches in der Stadt in ihren Jahresbericht 2011 aufnehmen. Es sei "linksextremistisch beeinflusst", kann man dort lesen. Ob das aber tatsächlich so war oder was diese Aussage für die freiheitliche Grundordnung der Bundesrepublik bedeutet, bleibt offen, wie man dem entsprechenden Auszug entnehmen kann, der infolge dokumentiert wird.

DIALOG-Projekt
Freitag, 25. Mai 2012

Herr Werner, gemeinsam mit den Regionalgruppen Rhein-Main und Kassel der Giordano Bruno Stiftung haben Sie die Initiative Ethik und Lebensgestaltung im DIALOG gestartet. Was steckt hinter dieser Initiative?

Dahinter stand zunächst einmal der Gedanke, mehr Bildung statt Indoktrination in die Schulen zu bringen, wenn es um ethische und weltanschauliche Fragestellungen geht. Wir haben hier bewusst einen pragmatischen Ansatz gewählt, der zeitnah und ohne Verfassungsänderungen umgesetzt werden könnte.

Der vergessene Widerstand der Arbeiter Cover
Donnerstag, 24. Mai 2012

Der von Hans Coppi und Stefan Heinz im Rahmen der Reihe Geschichte des Kommunismus und Linkssozialismus herausgegebene Band Der vergessene Widerstand der Arbeiter fasst diverse Beiträge zu verschiedenen Gruppen und Aspekten des Widerstands gegen den Nationalsozialismus zusammen. Dabei ergeben sich interessante neue Erkenntnisse zu dieser Thematik, auch wenn der Titel etwas fragwürdig ist, die Zusammenstellung der Beiträge manchmal willkürlich wirkt und nicht alle unter dem Begriff Arbeiterwiderstand subsumiert werden können.

Panorama

Lebenskunde Filmfest 2012
Montag, 21. Mai 2012

Was wäre wenn ... wenn einmal alles anders wäre? Wenn Eltern sich um ihre Kinder kümmerten, wenn Freundinnen Freundinnen blieben, Jungs Mädchen und Mädchen Jungs wären? Was, wenn ausgegrenzte und gemobbte Schüler ernst genommen würden, wenn eine Woche alles anders wäre, wenn alle reich, schön und nett wären? Wäre die Welt dann besser oder nur anders? Ist eine andere Welt überhaupt möglich?

Sie ist es. Zumindest ist das der gemeinsame Nenner  der Filme, die in dem gut gefüllten Saal des Kinos Hackesche Höfe uraufgeführt wurden. Zwar stand diesmal das Thema Mobbing im Vordergrund, wie der Festivalleiter Bernard Stolz in seiner Begrüßung der Filmschaffenden und des Publikums feststellte. Doch die Filme der jungen Filmschaffenden taten vor allem eines: Sie mobilisierten die Macht der Fantasie, um die Wirklichkeit zu verändern, gleich welchen Themas sie sich annahmen.

Leo Rosenthal - Cover
Donnerstag, 10. Mai 2012

Der 1884 in Riga geborene Leo Rosenthal hatte als Gerichtsreporter, wie auch Erich Salomon, zunächst nur über die Prozesse an den Berliner Gerichten geschrieben, bis er Mitte der 1920er Jahre heimlich zur Kamera griff und die Höhe- und Tiefpunkte des Justizwesens in Berlin in atmosphärisch dichten, hintergründigen Bildern festhielt. Vom Kleinkriminellen über den gefallenen Bankier bis hin zum politisch motivieren Angeklagten, Rosenthal hat im Gericht alles und jeden versteckt fotografiert.

Menschen

Globus aus Stein bei Swanage, Dorset, Großbritannien
Freitag, 27. April 2012

Herr Groschopp, am vergangenen Wochenende veranstaltete die Humanistische Akademie Berlin eine Tagung zum Thema „Globaler Humanismus. Herausforderungen an die Forschung". Bevor wir uns diesen Herausforderungen zuwenden, die Frage an Sie: Gab es aus Sicht der versammelten Expertinnen und Experten überhaupt einen erkennbaren Humanismus, dem man das Attribut „global" zuschreiben kann? Wenn ja, worin äußert er sich?

Die meisten Referenten kamen direkt aus China angereist, wo sie mit dortigen Wissenschaftlern ausgiebig darüber diskutierten. Humanismus ist global nicht nur seinem universalen Anspruch nach. Das könnten ja alle behaupten. Forschungen im letzten Jahrzehnt haben nicht nur „Übersetzungen" des europäischen Humanismus in fernen Regionen gezeigt, sondern, weil sich die Fragen präzisiert haben, auch eigenständige bzw. vergleichbare Ansätze. Gerade das Forschungsprojekt Interkultureller Humanismus, das Jörn Rüsen geleitet hat, zeigt entsprechende Befunde. Hier erscheint nun Buch für Buch. Die Akademie versucht ihrerseits das Neue in die „säkulare Szene" hinein zu vermitteln.

Perspektiven

JugendFEIER Niedersachsen
Mittwoch, 23. Mai 2012

Den Auftakt der Humanistischen JugendFEIERn in Niedersachsen im Jahr 2012 wurde in Delmenhorst am 22. April begangen. Ortsverbandsvorsitzender Ingo Hammer richtete eine sehr familiäre Zeremonie aus, zu der die Feiersprecherin Ute Schönleiter herzliche Worte sprach. Am darauf folgenden Sonntag, den 29. April hatten die Jugendlichen in Osnabrück und Hannover ihren großen Tag. Am 6. Mai wurde in Bad Zwischenahn zum ersten Mal eine Humanistischen JugendFEIER veranstaltet, an der sechs Jugendliche aus Oldenburg und Ostfriesland teilnahmen. Die letzte JugendFEIER im Jahr 2012 fand dann am 13. Mai in Brake statt.

Baden-Württemberg: Jugendfeier 2012
Dienstag, 15. Mai 2012

Seit November letzten Jahres haben sich die sechs Jugendlichen auf diesen besonderen Tag vorbereitet. Besonders, weil hier der Übergang in eine neue Lebensphase gefeiert wird, die mehr Freiheiten und mehr Verantwortung mit sich bringt. Besonders aber auch deshalb, weil sie sich gemeinsam mit ihren Eltern bewusst für eine konfessionsfreie Feier – ganz ohne Gelöbnis oder Glaubensbekenntnis – entschieden haben. Nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für ihre Eltern beginnt nun eine neue Lebensphase. Die zunehmende Selbstständigkeit der Kinder beschert den Eltern sicherlich auch ambivalente Gefühle. Und so solle diese Humanistische Feier einen Raum schaffen, der den Zusammenhalt besonders zwischen den Generationen fördere, betonte Andreas Henschel, Geschäftsführer der Humanisten Baden-Württemberg.