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Baden-Württemberg: Jugendfeier 2012
Dienstag, 15. Mai 2012

Seit November letzten Jahres haben sich die sechs Jugendlichen auf diesen besonderen Tag vorbereitet. Besonders, weil hier der Übergang in eine neue Lebensphase gefeiert wird, die mehr Freiheiten und mehr Verantwortung mit sich bringt. Besonders aber auch deshalb, weil sie sich gemeinsam mit ihren Eltern bewusst für eine konfessionsfreie Feier – ganz ohne Gelöbnis oder Glaubensbekenntnis – entschieden haben. Nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für ihre Eltern beginnt nun eine neue Lebensphase. Die zunehmende Selbstständigkeit der Kinder beschert den Eltern sicherlich auch ambivalente Gefühle. Und so solle diese Humanistische Feier einen Raum schaffen, der den Zusammenhalt besonders zwischen den Generationen fördere, betonte Andreas Henschel, Geschäftsführer der Humanisten Baden-Württemberg.

Norbert Geis
Dienstag, 15. Mai 2012

Die Säkularen wehren sich gegen die Verunglimpfung durch CSU-Politiker Norbert Geis. Nach HVD-Präsident Frieder Otto Wolf hat nun auch der Vorstand des bayerischen Landesverbands, Michael Bauer, Anzeige wegen Volksverhetzung gegen Geis erstattet. In der Talksendung von Anne Will am vorletzten Mittwoch hatte Geis eine Gleichsetzung von „Tätervolk“ und nichtreligiösen Menschen gezogen.

Panorama

Leo Rosenthal - Cover
Donnerstag, 10. Mai 2012

Der 1884 in Riga geborene Leo Rosenthal hatte als Gerichtsreporter, wie auch Erich Salomon, zunächst nur über die Prozesse an den Berliner Gerichten geschrieben, bis er Mitte der 1920er Jahre heimlich zur Kamera griff und die Höhe- und Tiefpunkte des Justizwesens in Berlin in atmosphärisch dichten, hintergründigen Bildern festhielt. Vom Kleinkriminellen über den gefallenen Bankier bis hin zum politisch motivieren Angeklagten, Rosenthal hat im Gericht alles und jeden versteckt fotografiert.

Die Königin und der Leibarzt
Mittwoch, 18. April 2012

Der Germanist und Kant-Experte Manfred Geiger hat jüngst in seinem für den Leipziger Buchmessepreis nominierten Sachbuch über die Aufklärung selbige als Europäisches Projekt beschrieben (Hier geht's zur Rezension). Und denkt man an die großen Aufklärer, von Locke, Voltaire und Rousseau angefangen über Diderot, d'Alembert, Descartes und Hume bis hin zu Mendelssohn, Grimm, Wolf, den Humboldt-Brüdern und Kant, dann vereint all diese ihr Europäer-Sein. Wer auf dieser Liste fehlt ist der der deutsche Arzt Johann Friedrich Struensee, der als Minister am dänischen Königshof gegen den Willen des Klerus zumindest kurzzeitig für Aufklärung sorgte. Der schwedische Schriftsteller Per Olov Enquist erinnerte vor etwas mehr als zehn Jahren an den deutschen Aufklärer in seinem Roman Der Besuch des Leibarztes. Mit Nikolaj Arcels Die Königin und der Leibarzt kommt nun eine filmische Hommage an Struensee in die deutschen Kinos.

Menschen

Globus aus Stein bei Swanage, Dorset, Großbritannien
Freitag, 27. April 2012

Herr Groschopp, am vergangenen Wochenende veranstaltete die Humanistische Akademie Berlin eine Tagung zum Thema „Globaler Humanismus. Herausforderungen an die Forschung". Bevor wir uns diesen Herausforderungen zuwenden, die Frage an Sie: Gab es aus Sicht der versammelten Expertinnen und Experten überhaupt einen erkennbaren Humanismus, dem man das Attribut „global" zuschreiben kann? Wenn ja, worin äußert er sich?

Die meisten Referenten kamen direkt aus China angereist, wo sie mit dortigen Wissenschaftlern ausgiebig darüber diskutierten. Humanismus ist global nicht nur seinem universalen Anspruch nach. Das könnten ja alle behaupten. Forschungen im letzten Jahrzehnt haben nicht nur „Übersetzungen" des europäischen Humanismus in fernen Regionen gezeigt, sondern, weil sich die Fragen präzisiert haben, auch eigenständige bzw. vergleichbare Ansätze. Gerade das Forschungsprojekt Interkultureller Humanismus, das Jörn Rüsen geleitet hat, zeigt entsprechende Befunde. Hier erscheint nun Buch für Buch. Die Akademie versucht ihrerseits das Neue in die „säkulare Szene" hinein zu vermitteln.

Perspektiven

Dr. Michael de Ridder
Freitag, 11. Mai 2012

Mit seinem vor zwei Jahren veröffentlichten Buch Wie wollen wir sterben? Ein ärztliches Plädoyer für eine neue Sterbekultur in Zeiten der Hochleistungsmedizin zielt Michael de Ridder darauf, auf Bedingungen und Situationen im klinischen Alltag aufmerksam zu machen, die aus seiner Erfahrung heraus zu oft nicht von Würde und Selbstbestimmung gekennzeichnet sind. De Ridder war dazu auf Einladung des Humanistischen Verbands Mecklenburg-Vorpommern gekommen, um auf die jeden Menschen betreffende Problematik aufmerksam machen, die sich in Fragen wie diesen widerspiegelt: Was ist, wenn keine Heilung mehr möglich ist? Was sieht für mich ein würdiges Lebensende aus? Wie will ich sterben?

Hexendoktor Malawi
Dienstag, 8. Mai 2012

Erst kürzlich meldete die International Ethical and Humanist Union, dass die Zahl der Meldungen von Verfolgung aufgrund des Hexenglaubens kaum zu bewältigen sei. Besonders häufig kommt es im südlichen Asien und in Afrika zu Vorfällen von Gewalt. Bekannter geworden ist in diesem Zusammenhang der aus Nigeria stammende Menschenrechtsaktivist Leo Igwe, der seit Jahren gegen die Verbreitung ankämpft und Opfer unterstützt. Jährlich fallen Zehntausende Menschen, vor allem Kinder und Frauen, dem Hexenglauben in Afrika zum Opfer.